Maeve Binchy: Echo vergangener Tage

Mein erster Binchy-Roman. Natürlich sah ich den Namen der Autorin schon oft in den Bücherregalen der Läden und Bibliotheken, aber nun griff ich erstmals dazu.
Die Version, die ich las, ist noch in alter Rechtschreibung verfasst, was für mein Auge inzwischen echt ungewohnt ist. 😉

Einige hundert Seiten über die Bewohner des irischen Dorfes Castlebay. Geburten, Schuljahre und -abschlüsse, Hochzeiten, Todesfälle… Das pralle Leben.
Da gibt es Clare O’Brien, die in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs und mit viel Wissbegierde, Ehrgeiz und Fleiß zu Stipendien und Bildung kommt und von ihrer Familie nie verstanden wird. Ihre Lehrerin Angela O’Hara, die ihr hilft, wo sie nur kann und in Castlebay wohl immer die Tochter des Alkoholikers bleiben wird, obwohl der schon lange nicht mehr lebt.
Deren Bruder „Father Sean“, den die Dorfbewohner noch immer in der Mission wähnen, der jedoch in Japan seine Frau fand und inzwischen zweifacher Familienvater ist und jahrelang auf seine Laisierung hofft…

Figuren, Konflikte, Geheimnisse… Ein Roman, in den man gut eintauchen kann.

Lieblingssätze (Für die vielen Seiten fand ich erschreckend wenige!):

Angela meinte, […]daß die Doyles wie das Wetterleuchten seien; sie seien anders als andere Leute. Sie stünden nicht mit beiden Beinen auf der Erde wie der Rest der Menschheit, sie hätten keine echten Bindungen, sondern blieben immer etwas am Rande. (S. 176)

Doch Angela war gar nicht außer Fassung. Ihr ging es prächtig. Allerdings mußte sie feststellen, daß sie zum ersten Mal in ihrem ganzen Leben im Sommer braungebrannt war und regelmäßig ins Kino und sogar zum Tanzen ging. (S. 248)

Sie war genauso ein Vogel Strauß wie Clare, die den Kopf in den Sand steckte und sich weigerte, von irgend jemandem Hilfe anzunehmen und dafür in einfachen, aufrichtigen Worten zu danken. (S. 300)

Da ist ein Traum wahr geworden, sagten die Leute. Wenn David verstimmt war, fragte er sich, wie man es wohl schaffte, aus einem fremden Traum zu steigen und endlich selbst das Träumen zu beginnen. (S. 359)

Maeve Binchy: „Echo vergangener Tage“,
Bechtermünz Verlag bei Weltbild, 2000. Übersetzung aus dem Englischen von Christa Prummer-Lehmair, Barbara Reitz und Gerlinde Schermer-Rauwolf, ISBN 3-8289-6729-9

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