Einladung vom Kind

Kurzmitteilung

Das Kind hat heute einen Auftritt mit dem Chor. Nun möchte es am liebsten mit dem besten Freund den Nachmittag schon im Kurpark verbringen und Wasser von den salzhaltigen Heilquellen trinken.

„Danach können wir ja da noch was machen bei den Stationen im Park! Die drei Stunden kriegen wir bestimmt herum“, versucht er mich zu überzeugen.

„Und was ist mit mir?“, frage ich ihn. Drei Stunden im Park herumhocken klingt jetzt nicht so verlockend…

„Du kannst doch lesen“, ist die Antwort. So einfach.

Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin…

Einfach ansprechen

Im Indoorspielplatz auf einer von drei Damentoiletten. Ein Mädchen kommt herein, geht in die mittlere Kabine.
„Hallo?“, fragt es.
Als ich nicht antworte, wiederholt es sein „Hallo“.
Ich erwider es.
Darauf die Frage: „Wie heißt du?“

Ich hätte es wissen müssen!

Sage nichts.
Nach der Wiederholung der Frage sage ich unwillig: „Ist doch egal.“

Während ich mir die Hände wasche, eine nächste Frage: „Also Egal?“

Kurz darauf geht das Mädchen hinaus. An mir und dem Waschbecken vorbei. Grinst mich an und winkt.
„Tschüssie!“

Ich sage „Tschüß“ und frage mich hinterher, wann auf dem Weg zum Erwachsensein mir diese Unbefangenheit verloren gegangen sein mag.

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Werdet Ihr auch manchmal so von Kindern überrascht? Wie hättet Ihr an meiner Stelle reagiert?
Eigentlich war die Kleine ja ganz süß (wenn man mal vom mangelnden Händewaschen absieht). 🙂

[Kurzgeschichte] Auf zum ersten Date!

RoteSchuhe„Ein Hut, ein Stock, ein alter Mann, vor, zurück, zur Seite ran. Und eins… und zwei… und drei… und… Iiiiiihh!“
Es erklang ein viel zu lautes, schmatzendes Geräusch.
Simone hatte nicht auf den Weg geachtet, war zu bemüht gewesen, ihren Sohn vom Jammern über das lange Laufen abzulenken.
„Nicht heute“ seufzte sie genervt und besah sich ihre Schuhsohle. Sie hatte einen wohlgeformten Abdruck Weiterlesen

Überraschung im Wald

Als das Kind nun die nächste Hausaufgabe der gleichen Art [Reizwortgeschichte, vgl. letzter Blogpost] fertig stellte, sagte es gleich von sich aus, ich könne sie gerne wieder bloggen. Gerne doch, bittesehr. Die Reizworte dieses Mal waren: Wolf, Verletzung und Wald.

Überraschung im Wald

An einem schönen Sommertag war Tom bei seiner Oma. Seine Oma hieß Anni. Seine Oma wollte, dass Tom Brombeeren pflückt. Tom war damit einverstanden und ging in den Wald. Im Wald fand er einen verletzten Wolf. Der Wolf war an der Pfote verletzt und heulte die ganze Zeit. Tom kriegte richtig Angst vor dem Wolf. Tom rief den Tierarzt mit seinem Handy an, damit er dem Wolf helfen konnte. Er hielt Abstand, damit der Wolf ihn nicht beißen konnte. Nach einer Weile kam der Tierarzt mit seinem Auto. Der Tierarzt verband dem Wolf die Pfote und nahm den Wolf im Kofferraum mit. Vor lauter Aufregung vergaß Tom, dass er Beeren pflücken wollte. Er ging zur Oma Anni und erzählte ihr alles.
Oma Anni fragte Tom: „Und wo sind die Brombeeren?“
Tom sagte: „Oh, die habe ich vor lauter Aufregung vergessen.“
Oma Anni sagte: „Dann können wir ja mal den Wolf beim Tierarzt besuchen und auf dem gleichen Weg Brombeeren pflücken.“
Sie waren beide glücklich.

Braves Kind!

Heute gab’s eine Premiere: Mr. Son und ich besuchten mit weiteren Kindergartenfreunden das jährlich stattfindende Taschenlampenkonzert.

In der Anmoderation zu einem Lied über Handys wurden die Kinder gefragt:

„Jetzt mal ehrlich, Kinder. Wer von euren Mamas und Papas ist handysüchtig? Alle mal die Hände hoch!“

Die Reaktion meines Kindes begeisterte mich. Es drehte sich zu mir um und fragte:

„Du, Mama?“

Ich schüttelte den Kopf, seine Hand blieb unten. 🙂

Auf Wolken liegen

Kürzlich reiste ich mit Mr. Son erstmals per Flugzeug. Inland, versteht sich. Anfänger eben. Zwei Tage vor Abflug las ich etwas von Kinderausweisen mit biometrischem Lichtbild, die Pflicht seien. Natürlich war jede Frist zur Beantragung längst abgelaufen – also hoffte ich sehr, dass ich mein Kind anderweitig identifizieren lassen würde können.

Alles ging soweit gut – Identifikation war auch mit der Krankenkassenkarte in Ordnung – die Langeweile zwischen Gepäckabgabe und Boarding konnte mittels iPad erleichtert werden. Im Flieger gab es dann folgenden kurzen Dialog, den ich zu süß fand, um ihn nicht aufzuschreiben.

Mr. Son: Endlich fliegen wir! […] Kann man eigentlich oben aussteigen? Auf den Wolken?
Mama: Nein. Da kann man doch gar nicht stehen!
Mr. Son: Aber bestimmt liegen!
Mama: Nein, das geht auch nicht.
Mr. Son: Fühlen sich die Wolken ganz weich an? Wie Watte?
Mama: Die sind doch mehr oder weniger aus Luft! Aber die sehen schön weich aus, das stimmt.

Das Kind war fleißig mit dem Kauen seines Kaugummis beschäftigt – Tipp vom Vater, mit dem zusammen es schon einmal geflogen war – , spürte selbst aber anscheinend gar keinen Druck auf den Ohren.

Wir versuchten beide nicht auszusteigen, als wir oben waren und kamen – wieder mit Kaugummi-Kauen – wieder gut auf dem Boden an. Und als der Rückflug anstand, freute sich Mr. Son schon vorher: „Morgen fliegen wir schon! Endlich! Das ist soooo schön!“

Ich liebe diese Vorfreude!

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Schauspieler

Heute morgen: Twitter checken. Mr Son dabei. Plötzlich:

– Da ist ja auch der Schauspieler!

[Wüsste nicht, dass ich bei Twitter einem Schauspieler folge.]

– Wo?
– Da!

Ich muss lachen und schreib dem @arithmetix gleich mal:

– Mr Son sieht dein Bild hier und sagt: „Oh, da ist ja der Schauspieler!“ Jobwechsel? 😉 Guten Morgen.

– Guten Morgen! 😉 Welcher Schauspieler? 😉

– Du. Wusste ich bisher auch nix von. 😉

– Hahahaha! <;3 Will der Jung ein Autogramm? 😉

Ich geb‘ die Frage an Mr Son weiter. Er will erstmal wissen, was ein Autogramm ist. Mein Erklärungsversuch: Das ist ein Zettel, auf den jemand seine Unterschrift macht.
Mr Son fragt nach: Kommt das dann in einen Bri-ief? Für mi-ich?
Große Aufregung.

Bei Twitter sieht das dann so aus:
– Hab ihn gefragt. Erste Antwort: „Was ist denn ein Autogramm?“ Nach kurzer Erklärung: „Ja. Dann kommt der für mich in ein Brief.“
– „der“ steht in dem Fall für den Zettel, auf den jemand seine Unterschrift macht. 🙂
Na dann mal los. 😉

In dem Moment kommt mein Bruder vom Bäcker zurück und Mr Son gibt ihm gleich die freudige Nachricht weiter:

– Ich krieg‘ ein Auto-gra-hamm!
– Von wem denn?
– Von einem Schauspieler!
– Und wie heißt der?
– Weiß ich doch nicht! …
Mama, wie heißt der Schauspieler?
– Arithmetix.

Mr Son wieder an den Onkel:
– Von Arithmetix! Und der ist ein Schauspieler!

Schwanger.

Neulich erzählte ich Mr Son, dass im Bauch von Freund John’s Mama ein Baby sei. John bekomme also ein Geschwisterchen und werde demnächst ein großer Bruder.
Als Erstes bekam ich zu hören: „Mama, das hast du mir doch schon erzählt!“ und fünf Minuten später: „Mama, du musst auch mal so viel essen, dass aus deinem Bauch ein Baby kommt.“

Eintagsprinzessin

Heute bin ich eine Prinzessin.
Sagt Mr Son.
Warum?

Gestern Abend, Kind wartet im Bett auf die Vorlesegeschichte, Mama sucht Kleidung für den nächsten Morgen zusammen. Wie fast jeden Abend.
Dann entscheidet sie sich für „Rock auf Hose“.

Mr Son sieht den Rock und kommentiert: Dann bist du morgen eine Prinzessin.
Mama: Warum?
Mr Son: Mit Kleid ist man immer eine Prinzessin!

Na dann… 🙂