[Buchtipp] Falsche Freundschaft – von Brigitte Blobel

Neulich saß ich heulend in der Bücherei. Nun, zum Glück nicht wirklich, aber ich kämpfte schwer gegen meine Tränen an.

Warum?

Weil ich in ein Buch hineinlas, von dem ich dachte, das könnte was fürs Kind sein. Ich las weit am Ende und war – obwohl ich nicht die ganze Geschichte kannte – sehr berührt vom Gelesenen.

Das Kind kam um die Ecke und war fertig mit der eigenen Auswahl, sodass ich „mein“ Buch zuklappte, noch einmal schluckte, um den Kloß im Hals loszuwerden, und das Buch mit auf den Auswahlstapel legte.

Als wir später am gleichen Tag bei einem Arzt noch Wartezeit hatten, begann ich, dem Kind die Geschichte vorzulesen.

Und weil ich selbst gespannt war, wie sich die Story entwickeln würde, Weiterlesen

[Rezension] Briefe von Hans

Susanna Maibaum wurde 1972 geboren und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Marburg. Sie ist Erzieherin und arbeitet in einem evangelischen Familienzentrum. Außerdem ist sie als Lektorin tätig und schreibt Kinder- und Jugendbücher, mit denen sie auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln möchte. Weitere Bücher von ihr sind „Was passiert mit Hilde Mück?“ (2012) und „Davids Geschichte“ (2014).

Briefe_von_Hans_Cover„Briefe von Hans“ besteht hauptsächlich aus den Briefen der Brüder Hans und Friedrich Bärmann aneinander, die zwischen dem 3. August 1914 und dem 26. April 1917 geschrieben wurden. Hans ist als der Ältere von beiden im ersten Weltkrieg an der Front in Frankreich, während Friedrich mit seinen 14 Jahren noch zur Schule geht. Friedrich ist darüber sehr unglücklich Weiterlesen

[Rezension] Karlinchen – Ein Kind auf der Flucht

KarlinchenWir haben ein wunderschön bebildertes Kinderbuch zum Thema Flucht entdeckt und heute gelesen:
Karlinchen – Ein Kind auf der Flucht. Sowohl Text als auch Illustrationen stammen von Annegert Fuchshuber. Die Erstausgabe erschien bereits 1995 ebenfalls im Annette Betz Verlag, wurde nun aber aus aktuellem Anlass erneut aufgelegt.

Annegert Fuchshuber, Jahrgang 1940, wurde in Magdeburg geboren und wuchs in Halle auf. Nach ihrer Ausbildung an der Werkkunstschule Augsburg und weiteren Stationen illustrierte sie 1968 ihr erstes Buch, worauf sie Geschichten für Kinder schrieb und gestaltete. Sie erhielt unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis 1984 und starb 1998 in Augsburg.

Im Buch muss Karlinchen davonlaufen, „denn Feuer fiel vom Himmel“, das Kind ist allein, hungrig und hat natürlich Angst. Über verschiedene Stationen trifft es immer wieder auf Menschen oder Phantasiegestalten – niemand will ihm helfen. Selbst im „Land der Schaffraffer“ hilft man dem Mädchen nicht, obwohl es den Menschen gut geht und sie in einem solchen Überfluss leben, dass sie übrig gebliebenes Essen wegwerfen müssen. Glücklicherweise gibt es nach all den Stationen und all dem Laufen doch ein Happy End für Karlinchen, wenn auch ein unerwartetes.

Die liebevollen Illustrationen bringen gut die einzelnen Stimmungen rüber, die Karlinchen empfindet. Karlinchen denkt immer wieder, dass die anderen sie nicht mögen / ihr nicht helfen / sie nicht verstehen, weil sie anders anders ist und fremd.

Das Buch machte mich schon beim ersten Durchblättern und Überfliegen betroffen, vor allem die Seiten, auf denen Karlinchen bei den Schaffraffern abblitzt. Die Aktualität und Parallelen sind natürlich nicht zu übersehen und so kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich mit seinen Kindern auf altersgerechte Art und Weise dem Thema Flucht nähern möchte. Lasst Euch berühren!

Annegert Fuchshuber: „Karlinchen – Ein Kind auf der Flucht“, Annette Betz / Ueberreuter Verlag GmbH, Berlin 2015. 32 Seiten. ISBN 978-3-219-11692-2