Falsche Freundschaft – von Brigitte Blobel

Neulich saß ich heulend in der Bücherei. Nun, zum Glück nicht wirklich, aber ich kämpfte schwer gegen meine Tränen an.

Warum?

Weil ich in ein Buch hineinlas, von dem ich dachte, das könnte was fürs Kind sein. Ich las weit am Ende und war – obwohl ich nicht die ganze Geschichte kannte – sehr berührt vom Gelesenen.

Das Copyright zum Cover liegt natürlich beim Verlag.

Das Kind kam um die Ecke und war fertig mit der eigenen Auswahl, sodass ich „mein“ Buch zuklappte, noch einmal schluckte, um den Kloß im Hals loszuwerden, und das Buch mit auf den Auswahlstapel legte.

Als wir später am gleichen Tag bei einem Arzt noch Wartezeit hatten, begann ich, dem Kind die Geschichte vorzulesen.

Und weil ich selbst gespannt war, wie sich die Story entwickeln würde, Weiterlesen

… ein bisschen blogmüde…

Momentan bin ich ein bisschen blogmüde. Vielleicht habt ihr es ja schon gemerkt. Kaum Artikel – vermutlich ist das ein erstes Anzeichen. „Wie kommt’s?“ Keine Ahnung. Einfach so, würde ich sagen. Ein typischer Fall von „ich weiß es nicht“, wäre ich mein Kind.

Eine Leseflaute gibt es nicht momentan und es gab so einige Bücher in letzter Zeit, die mir gefallen haben. Aber mich aufraffen und darüber auch noch schreiben? Dazu nahm ich mir nicht die Zeit. Der Elan fehlte dafür oder wurde anderweitig aufgebraucht. Haushalt, Kind, Hausaufgaben, Eltern-Termine in der Schule…

Vielleicht schickt auch einfach das Jahresende und damit das herannahende Ende meiner Auszeit seine Schatten voraus? Wer weiß… Weiterlesen

Kaum Bücher angeguckt und trotzdem Literatur getankt. #fbm16

tagesplaeneDieses Jahr waren mir zwei Tage in Frankfurt vergönnt. Ohne Kind, ganz allein, mit einer Übernachtung zwischendrin. Nach einigem Suchen hatte ich doch Etliches im Veranstaltungskalender gefunden, was mich interessierte und hatte ganz analog meinen papiernen Plan täglich dabei. Nach dem etwas unglücklichen Start im Parkhaus an meinem ersten Tag – vielen Dank noch einmal an die Dame, die mich so nett gerettet hat!!! – konnte der Mittwoch losgehen. Der erste geplante Stopp startete erst zwei Stunden nach meiner Ankunft und so konnte ich gleich zu Beginn ein paar Stände besuchen, die ich mir für „zwischendurch“ notiert hatte. An diesem Tag waren die Mitarbeiter noch recht frisch und guter Dinge, sodass alles in nettem Plaudern endete. Schön!

Im Orbanism Space lauschte, traf und sprach ich immer wieder gern und lernte so manche Menschen (nochmal) persönlich kennen, mit denen ich sonst nur digital kommuniziere. Vielen Dank für alle Begegnungen! Vor allem auch die bei der „Teezeremonie“, bei der das LiteraturCamp vorgestellt wurde. Lautes Hallo und viele tolle Leute – ein Fest! Ich hoffe sehr auf ein Wiedersehen in Heidelberg und plane es fest im Kalender ein. (24. und 25. Juni 2017 – Merken!)

silkescheuermannOft führen spontane Planänderungen zu was Gutem, Weiterlesen

Mein Lieblingsbuch? Die Bibel.

„Ernsthaft?!“, denkst Du jetzt vielleicht und erinnerst Dich womöglich mit Erschrecken an staubtrockenen Konfi- oder Kommunionsunterricht in der Kindheit.

Aber: Ja. Ernsthaft.

Zwischen all den Büchern, die sich in allerlei Schränken, Regalen und Umzugskartons bei uns tummeln, gibt es dieses eine, zu dem ich immer wieder zurückkehre. Mal erst nach so langer Zeit, dass es schon Staub angesetzt hat, mal täglich. Phasenweise eben.

Im Laufe meiner Lesejahre nahm ich die Bibel – in verschiedensten Übersetzungen – wohl am häufigsten in die Hand. Sei es, um etwas nachzuschlagen (was inzwischen online natürlich hervorragend funktioniert) oder einfach nur so zum Lesen oder in der Hoffnung, Gott irgendwie „reden zu hören“. Und das war immer wieder spannend. Weiterlesen

Einladung vom Kind

Kurzmitteilung

Das Kind hat heute einen Auftritt mit dem Chor. Nun möchte es am liebsten mit dem besten Freund den Nachmittag schon im Kurpark verbringen und Wasser von den salzhaltigen Heilquellen trinken.

„Danach können wir ja da noch was machen bei den Stationen im Park! Die drei Stunden kriegen wir bestimmt herum“, versucht er mich zu überzeugen.

„Und was ist mit mir?“, frage ich ihn. Drei Stunden im Park herumhocken klingt jetzt nicht so verlockend…

„Du kannst doch lesen“, ist die Antwort. So einfach.

Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin…

[Rezension] Herr Sturm und die Farbe des Windes

HerrSturmUndDieFarbeDesWindes_03Mit einem fulminanten Sprung direkt hinein in diesen Roman beweist Jens Böttcher einmal mehr, dass er ein Wortakrobat vom Feinsten ist. (Wagt auf jeden Fall mal einen Blick auf seine Homepage! Er schreibt wunderbare Texte und Musik!)

Richard Sturm, der den Regen als oft tröstlichen Begleiter in seinem seit drei Jahren recht trostlosen Leben sieht, ist auf dem Weg zu einer Adresse in Hamburg, die er per Brief erhalten hat. Dem voraus ging, dass er auf eine Annonce in der Zeitung geantwortet hatte, in der ein Schriftsteller für einen mysteriösen Auftrag gesucht wurde.

Besonderer Auftrag für interessierten Schriftsteller, der mit der Löschtaste umgehen kann. Exquisites Honorar. (S. 15)

Sturm lernt Herrn Bischoff kennen, der ihm beim ersten Treffen den Auftrag etwas näher bringt. Er solle zwölf Gespräche mit verschiedensten Menschen führen, solle herausfinden, was Weiterlesen

Einfach ansprechen

Im Indoorspielplatz auf einer von drei Damentoiletten. Ein Mädchen kommt herein, geht in die mittlere Kabine.
„Hallo?“, fragt es.
Als ich nicht antworte, wiederholt es sein „Hallo“.
Ich erwider es.
Darauf die Frage: „Wie heißt du?“

Ich hätte es wissen müssen!

Sage nichts.
Nach der Wiederholung der Frage sage ich unwillig: „Ist doch egal.“

Während ich mir die Hände wasche, eine nächste Frage: „Also Egal?“

Kurz darauf geht das Mädchen hinaus. An mir und dem Waschbecken vorbei. Grinst mich an und winkt.
„Tschüssie!“

Ich sage „Tschüß“ und frage mich hinterher, wann auf dem Weg zum Erwachsensein mir diese Unbefangenheit verloren gegangen sein mag.

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Werdet Ihr auch manchmal so von Kindern überrascht? Wie hättet Ihr an meiner Stelle reagiert?
Eigentlich war die Kleine ja ganz süß (wenn man mal vom mangelnden Händewaschen absieht). 🙂

[Kurzgeschichte] Auf zum ersten Date!

RoteSchuhe„Ein Hut, ein Stock, ein alter Mann, vor, zurück, zur Seite ran. Und eins… und zwei… und drei… und… Iiiiiihh!“
Es erklang ein viel zu lautes, schmatzendes Geräusch.
Simone hatte nicht auf den Weg geachtet, war zu bemüht gewesen, ihren Sohn vom Jammern über das lange Laufen abzulenken.
„Nicht heute“ seufzte sie genervt und besah sich ihre Schuhsohle. Sie hatte einen wohlgeformten Abdruck Weiterlesen

Dankbarkeit am Dienstag (26)

Hallo Ihr Lieben,

ganze vier Wochen ist es her, dass ich am Dienstag meine Momente der Dankbarkeit verbloggte? Wahnsinn! Ja, und das Jahr ist fast schon wieder ‚rum. 😉

Heute aber. Heute packe ich es an. Natürlich nicht gesammelt aus dem letzten Monat, aber wenigstens ein bisschen Aktuelles.

GartenIn der letzten Woche verbrachten wir zwei Nachmittage mit unserem kleinen Gartenstück. Im letzten Jahr hatten wir – abgesehen von ein bisschen Unkraut jäten – alles so gelassen, wie es war. Für dieses Jahr hatten wir uns vorgenommen, zumindest mal Kartoffeln unter die Erde zu bringen. Bis Mitte April sei die Zeit gut dafür, sagte der Mann. Mitte April kam und ging. Die Wochenenden waren voll oder verregnet und so warteten die gelieferten Kartoffeln noch ein paar Tage. Aber dann war es so weit Weiterlesen