[Rezension] Das verborgene Wort

Ulla Hahn, 1946 im Sauerland geboren, wuchs im Rheinland auf. Sie studierte Literaturwissenschaft, Geschichte und Soziologie und promovierte in Germanistik. Nach Lehraufträgen an verschiedenen Universitäten arbeitete sie als Redakteurin für Literatur beim Rundfunk in Bremen. Sie wurde mit zahlreichen Preisen für ihr Werk (vor allem Lyrik) ausgezeichnet, unter anderem mit dem Leonce-und-Lena-Preis 1981. „Das verborgene Wort“ war nach „Ein Mann im Haus“ (1991) ihr zweiter veröffentlichter Roman. Sie lebt mit ihrem Mann in Hamburg.
Das_verborgene_WortDie Hauptfigur in „Das verborgene Wort“ lernen wir auf den etwas über 600 Seiten des Romans sehr gut kennen. 1945 in Dondorf bei Köln geboren, wächst Hildegard Palm in diesem Dorf auf. Der Vater ist ein ungelernter Arbeiter und schuftet hart, um die Familie zu ernähren. Seinen Frust ertränkt er im Alkohol. Die Mutter, die mit den Kindern daheim ist und mit Putz- und Gelegenheitsjobs zur Familienkasse beiträgt, verweist immer auf den Vater, wenn es um erzieherische Maßnahmen geht. Diese fallen oft sehr hart aus, nicht selten gibt es Prügel. Mit im Häuschen wohnen Weiterlesen

[Rezension] Die Liebenden

Gerhard Henschel, 1962 in Hannover geboren, lebt als freier Schriftsteller bei Berlin (oder bei Hamburg – dazu finden sich verschiedene Angaben). Erste Texte von ihm erschienen Ende der 80er Jahre in Zeitschriften, von 1993 bis 1995 gehörte er der Redaktion vom Satiremagazin „Titanic“ an. Seit 1992 veröffentlichte er diverse Sachbücher, Erzählungen und Romane und wurde unter anderem mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis 2012 ausgezeichnet. Diesen bekamen vor und nach ihm zum Beispiel Siegfried Lenz, Herta Müller und aktuell Hanns-Josef Ortheil. Neben dem eigenen Schreiben übersetzte Gerhard Henschel zudem aus dem Englischen (bisher vor allem gemeinsam mit anderen Übersetzern).

Ein Briefroman! Einmal mehr wieder kam mir dieses Genre zwischen die Finger und einmal mehr erinnert mich die Lektüre daran, dass ich doch schon immer mal Goethes „Werther“ lesen wollte und noch immer nicht dazu kam. An diesen über 700 Seiten las ich fast zwei Monate und schrieb erstmals wieder ein paar Karten, sogar einen sechsseitigen Brief! Soviel schon mal als vorweggenommenes persönliches Fazit – der Roman inspiriert zum Schreiben von Briefen, so richtig mit Papier und Füller und Briefmarke. Wenn das mal nichts ist!

Die_LiebendenViele verschiedene Briefschreiber erzählen sehr persönlich gut fünfzig Jahre deutscher Geschichte. Die Familie Schlosser und die Familie Lüttjes stehen im Mittelpunkt, genauer gesagt (ab etwa Seite 100) Richard Schlosser und Ingeborg Lüttjes. Die beiden werden im Herbst 1950 ein Paar, während Inge in Hannover ihre Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin beendet und Richard dort sein Ingenieursstudium aufnimmt. Zu dem Zeitpunkt haben die beiden (er: Jahrgang 1927, sie: Jahrgang 1929) schon Einiges hinter sich. Beide Familien Weiterlesen

[Rezension] Eine Weltgeschichte in 33 Romanen

Eine_WeltgeschichteDer Autor
Markus Gasser, 1967 in Bregenz geboren, studierte Anglistik / Amerikanistik und Germanistik in Innsbruck und promovierte 1996 zum Doktor der Philosophie. Später arbeitete er einige Jahre als Lehrer an einem Gymnasium bei Wien, bevor er sich 2007 habilitierte. In Innsbruck und Saarbrücken lehrt er heute auch über die Weltliteratur, lebt aber in Zürich und arbeitet weiterhin als Literaturkritiker und Essayist mit Beiträgen für die FAZ und die Weltwoche.

Das Buch
Das vorliegende Buch könnte man leichthin als einen weiteren Literaturkanon abtun, aber das ist es nicht. In jedem Kapitel bringt Markus Gasser dem Leser entweder das Leben des Autors, den Inhalt des betreffenden Romans oder gar beides näher. Und das immer auf hervorragende, wortstarke Art und Weise.
Durch die Form eher ein Sachbuch, liest sich das Werk trotzdem genauso flüssig und unterhaltsam wie ein Roman. Und macht in den meisten Fällen Lust, den vorgestellten Roman tatsächlich Weiterlesen

[Rezension] Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

DieSonderbareBuchhandlungDesMrPenumbraAutor:
Robin Sloan, 1979 in der Nähe von Detroit geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Michigan State University. Er lebt in San Francisco und arbeitete für verschiedene Firmen, die sich dem Internet verschrieben haben, unter anderem Twitter. 2012 erschien sein Debutroman „Mr. Penumbra’s 24-hour-bookstore“ in den USA und wurde sofort ein Bestseller. Den Entwurf für seinen nächsten Roman hat er inzwischen beendet, mal sehen, wann der veröffentlicht wird.

Inhalt:
Clay Jannon, eigentlich Webdesinger, ist wegen der Lebensmittelkrise arbeitslos. Zufällig stößt er bei seiner Jobsuche auf eine Buchhandlung mit dem alten verschobenen Besitzer Penumbra. Schnell bekommt er heraus, dass diese Buchhandlung ein Geheimnis birgt und versucht gemeinsam mit Freunden, dies zu ergründen. Was hat es mit den sogenannten Logbüchern auf sich? Weiterlesen

[Rezension] Bärentöter – Der Auserwählte

BärentöterZum Autor:
Dr. Roland Pauler, 1954 in Bamberg geboren, studierte Geschichte, Altphilologie und Germanistik und hat eine beachtliche Laufbahn als Historiker hinter sich. Zum Mittelalter hat er schon so einiges veröffentlicht, sowohl Sachbücher als auch Belletristik. 2004 zog er sich aus privaten Gründen aus der Lehrtätigkeit zurück und widmet sich seitdem seiner Familie und der Schriftstellerei. Er lebt bei Passau.

Inhalt:
Kurz vor Weihnachten wurde der Bauer Bert von Räubern ermordet, nun steht seine Witwe Lisa mit drei Kindern allein da und Wilfried, der älteste Sohn muss mit seinen vierzehn Jahren kräftig mit anpacken. Als der Kaufmann & Viehtreiber Zoltán im Mai schon mit seiner Herde vorbei kommt statt wie üblich erst im Herbst, ist die Überraschung groß. Die Erklärung ist einfach: In Italien wütet die Pest, daher lässt er diese Route ausfallen.
Wilfried ist froh, dass er Zoltán als Treiber mit begleiten darf Weiterlesen

Dankbarkeit am Dienstag (12)

Hallo Ihr Lieben!

Und wieder ist mein persönlicher Danke-Tag erreicht und wieder ließ ich zwischendurch nichts von mir hören hier im Blog. Bitte entschuldigt.

Das hat aber einen guten Grund und zwar den NaNoWriMo, in den ich mich direkt nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub gestürzt habe. Mit quasi einer Woche Verzug gestartet, hab ich jetzt immerhin die Hälfte der benötigten 50.000 Worte schon mal geschrieben und bin froh, dass das Ganze doch noch so gut anlief.

NaNo-2015-Participant-Banner

Meine Statistik sieht jetzt gerade so aus (blau = Soll, orange = Ist). Juhu!!! Weiterlesen

[Rezension] Girl Online

Zoe Sugg hat mit ihrem Debütroman eine bezaubernde Liebesgeschichte vorgelegt, die von einer britischen Bloggerin handelt.

Girl_Online

Penny Porter hat – anonym selbstverständlich – einen Blog gestartet, in dem sie ganz sie selbst sein kann, was in der Schule so nicht geht. Mit ihrer langjährigen Freundin Megan verbindet sie so gut wie nichts mehr, seit Megan in der Schauspielerei aufgeht. Einzig bei ihrem besten Freund Elliott, der direkt nebenan wohnt, weiß Penny sich angenommen wie sie ist. So ist er auch der einzige, der von ihrem Blog erfährt.Durch die Anonymität geschützt, traut sie sich, immer offener zu schreiben und auch von Problemen, die ihr sonst peinlich sind, zu erzählen, wozu Elliott sie auch immer wieder ermutigt. Weiterlesen