Frauen in Ausnahmesituationen und wie sie sich zu helfen wissen – „Der Frauenchor von Chilbury“ von Jennifer Ryan

Historischer Roman, Jennifer RyanInhalt:

Der Roman spielt während dem zweiten Weltkrieg im Südosten Englands. Er beginnt mit der offiziellen Bekanntmachung, dass der Chor von Chilbury aufgelöst wird, weil die Männer fehlen.

„Zuerst jagen sie unsere Männer in die Schlacht, dann zwingen sie uns Frauen zur Arbeit, und jetzt nehmen sie uns auch noch den Chor weg. Wenn das so weitergeht, finden die Deutschen hier nur noch einen Haufen verbitterter Weiber, die sich sang- und klanglos ergeben.“ (S. 9)

Direkt im Anschluss lernen wir Mrs. Tilling kennen, die in ihrem Journal von den Vorgängen und ihren Beobachtungen in Chilbury erzählt. Ihr Mann ist bereits gefallen und ihr Sohn hat sich direkt mit 18 Jahren zum Kriegsdienst gemeldet. Er soll in Kürze Richtung Frankreich aufbrechen. Weiterlesen

Lieblingsautoren im Wandel meines Leselebens

Es ist Sonntag nachmittag und die Aktion „Buchpassion – Edition: Lieblingsautorinnen und -autoren“ neigt sich ihrem Ende. Mitte September hatte ich zwar eine erste Idee für meinen Beitrag, aber wegen akutem Zeitmangel (neuer Job) ging es nie auch nur ansatzweise an die Umsetzung. Nun sind plötzlich noch ein oder zwei Stunden Luft und vielleicht klappt es doch noch. Also los!

Im Laufe meines Leselebens hatte ich immer wieder verschiedene Lieblingsautoren und -autorinnen. Von denen, die mir jetzt spontan einfallen, möchte ich Euch gern kurz mal erzählen.

Als Kind begann meine Oma, mir die „Nesthäkchen“-Bände Weiterlesen

Falsche Freundschaft – von Brigitte Blobel

Neulich saß ich heulend in der Bücherei. Nun, zum Glück nicht wirklich, aber ich kämpfte schwer gegen meine Tränen an.

Warum?

Weil ich in ein Buch hineinlas, von dem ich dachte, das könnte was fürs Kind sein. Ich las weit am Ende und war – obwohl ich nicht die ganze Geschichte kannte – sehr berührt vom Gelesenen.

Das Copyright zum Cover liegt natürlich beim Verlag.

Das Kind kam um die Ecke und war fertig mit der eigenen Auswahl, sodass ich „mein“ Buch zuklappte, noch einmal schluckte, um den Kloß im Hals loszuwerden, und das Buch mit auf den Auswahlstapel legte.

Als wir später am gleichen Tag bei einem Arzt noch Wartezeit hatten, begann ich, dem Kind die Geschichte vorzulesen.

Und weil ich selbst gespannt war, wie sich die Story entwickeln würde, Weiterlesen

Kaum Bücher angeguckt und trotzdem Literatur getankt. #fbm16

tagesplaeneDieses Jahr waren mir zwei Tage in Frankfurt vergönnt. Ohne Kind, ganz allein, mit einer Übernachtung zwischendrin. Nach einigem Suchen hatte ich doch Etliches im Veranstaltungskalender gefunden, was mich interessierte und hatte ganz analog meinen papiernen Plan täglich dabei. Nach dem etwas unglücklichen Start im Parkhaus an meinem ersten Tag – vielen Dank noch einmal an die Dame, die mich so nett gerettet hat!!! – konnte der Mittwoch losgehen. Der erste geplante Stopp startete erst zwei Stunden nach meiner Ankunft und so konnte ich gleich zu Beginn ein paar Stände besuchen, die ich mir für „zwischendurch“ notiert hatte. An diesem Tag waren die Mitarbeiter noch recht frisch und guter Dinge, sodass alles in nettem Plaudern endete. Schön!

Im Orbanism Space lauschte, traf und sprach ich immer wieder gern und lernte so manche Menschen (nochmal) persönlich kennen, mit denen ich sonst nur digital kommuniziere. Vielen Dank für alle Begegnungen! Vor allem auch die bei der „Teezeremonie“, bei der das LiteraturCamp vorgestellt wurde. Lautes Hallo und viele tolle Leute – ein Fest! Ich hoffe sehr auf ein Wiedersehen in Heidelberg und plane es fest im Kalender ein. (24. und 25. Juni 2017 – Merken!)

silkescheuermannOft führen spontane Planänderungen zu was Gutem, Weiterlesen

Mein Lieblingsbuch? Die Bibel.

„Ernsthaft?!“, denkst Du jetzt vielleicht und erinnerst Dich womöglich mit Erschrecken an staubtrockenen Konfi- oder Kommunionsunterricht in der Kindheit.

Aber: Ja. Ernsthaft.

Zwischen all den Büchern, die sich in allerlei Schränken, Regalen und Umzugskartons bei uns tummeln, gibt es dieses eine, zu dem ich immer wieder zurückkehre. Mal erst nach so langer Zeit, dass es schon Staub angesetzt hat, mal täglich. Phasenweise eben.

Im Laufe meiner Lesejahre nahm ich die Bibel – in verschiedensten Übersetzungen – wohl am häufigsten in die Hand. Sei es, um etwas nachzuschlagen (was inzwischen online natürlich hervorragend funktioniert) oder einfach nur so zum Lesen oder in der Hoffnung, Gott irgendwie „reden zu hören“. Und das war immer wieder spannend. Weiterlesen

[Rezension] Herr Sturm und die Farbe des Windes

HerrSturmUndDieFarbeDesWindes_03Mit einem fulminanten Sprung direkt hinein in diesen Roman beweist Jens Böttcher einmal mehr, dass er ein Wortakrobat vom Feinsten ist. (Wagt auf jeden Fall mal einen Blick auf seine Homepage! Er schreibt wunderbare Texte und Musik!)

Richard Sturm, der den Regen als oft tröstlichen Begleiter in seinem seit drei Jahren recht trostlosen Leben sieht, ist auf dem Weg zu einer Adresse in Hamburg, die er per Brief erhalten hat. Dem voraus ging, dass er auf eine Annonce in der Zeitung geantwortet hatte, in der ein Schriftsteller für einen mysteriösen Auftrag gesucht wurde.

Besonderer Auftrag für interessierten Schriftsteller, der mit der Löschtaste umgehen kann. Exquisites Honorar. (S. 15)

Sturm lernt Herrn Bischoff kennen, der ihm beim ersten Treffen den Auftrag etwas näher bringt. Er solle zwölf Gespräche mit verschiedensten Menschen führen, solle herausfinden, was Weiterlesen

[Kurzgeschichte] Auf zum ersten Date!

RoteSchuhe„Ein Hut, ein Stock, ein alter Mann, vor, zurück, zur Seite ran. Und eins… und zwei… und drei… und… Iiiiiihh!“
Es erklang ein viel zu lautes, schmatzendes Geräusch.
Simone hatte nicht auf den Weg geachtet, war zu bemüht gewesen, ihren Sohn vom Jammern über das lange Laufen abzulenken.
„Nicht heute“ seufzte sie genervt und besah sich ihre Schuhsohle. Sie hatte einen wohlgeformten Abdruck Weiterlesen

[Rezension] Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

DieSonderbareBuchhandlungDesMrPenumbraAutor:
Robin Sloan, 1979 in der Nähe von Detroit geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Michigan State University. Er lebt in San Francisco und arbeitete für verschiedene Firmen, die sich dem Internet verschrieben haben, unter anderem Twitter. 2012 erschien sein Debutroman „Mr. Penumbra’s 24-hour-bookstore“ in den USA und wurde sofort ein Bestseller. Den Entwurf für seinen nächsten Roman hat er inzwischen beendet, mal sehen, wann der veröffentlicht wird.

Inhalt:
Clay Jannon, eigentlich Webdesinger, ist wegen der Lebensmittelkrise arbeitslos. Zufällig stößt er bei seiner Jobsuche auf eine Buchhandlung mit dem alten verschobenen Besitzer Penumbra. Schnell bekommt er heraus, dass diese Buchhandlung ein Geheimnis birgt und versucht gemeinsam mit Freunden, dies zu ergründen. Was hat es mit den sogenannten Logbüchern auf sich? Weiterlesen

[Rezension] Verflixt – ein Nix!

Kirsten Boie muss man natürlich niemandem mehr vorstellen. Weil wir aber zum ersten Mal ein Buch von ihr gelesen haben – sowohl Kind als auch Mama – und begeistert davon sind, hier trotzdem zumindest ein paar Worte:

1950 ist Frau Boie in Hamburg geboren. Sie studierte Deutsch und Englisch, promovierte in Literaturwissenschaft und arbeitete als Lehrerin. Ihre Kinder- und Jugendbücher sind weithin bekannt und die Autorin mit Preisen überhäuft, 2007 zum Beispiel mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk. Weiterlesen