Von altjapanischer Musik, einer liebenswerten Buchhandlung und sich begegnenden Künstlerseelen – „Liebesnähe“ von Hanns-Josef Ortheil

Zum Inhalt (Achtung, Spoiler! Wenn Du das Buch noch nicht gelesen hast, solltest Du diesen Text nur mit großer Vorsicht genießen.):

Cover LiebesnäheAls Leser begleiten wir in erster Linie Jule und Johannes. Ihre erste Begegnung, die gegenseitige Faszination, die vorsichtige Annäherung ohne direkte Gespräche. Ein schweigendes Sich-näher-kommen mit kleinen Nachrichten auf unterschiedlichsten Wegen. Auch Katharina läuft mir als Leser immer wieder über den Weg und ich werde das Gefühl nicht los, dass sie bei diesem vorsichtigen Kennenlernen auf undurchsichtige Art und Weise die Finger im Spiel hat.

Autor trifft Künstlerin

Johannes Kirchner kommt an. Mit dem Auto an einem Spätsommermorgen. Rückzug in die Stille zugunsten seines Projekts. Vom Zimmer aus ruft er als erstes Katharina an, die die hoteleigene Buchhandlung führt. Ich frage mich: Was sind seine „üblichen Tagesgeschäfte“? (S. 9) Weiterlesen

Lieber mit dem Kind

Mein Kind macht mich zu einem besseren Menschen.

Sobald ich mal nur für mich allein verantwortlich bin, verfalle ich gern in das Verhalten von früher zurück. Überall liegt was zu lesen, schreiben oder sonstiges Papier herum, Aufräumen wird zum No-Go erklärt, die Ernährung sinkt auf das Notfall-Niveau:

  • Toast
  • Tee
  • Tüten- oder Dosensuppen
  • Tiefkühlpizza

Wenn ich zudem auch noch frei habe, werden die Abende lang und länger, die Tage verschwimmen zu zeitlich undefinierbarem Einheitsbrei.

Was also verbessert das Kind? Weiterlesen

[Buchtipp] Falsche Freundschaft – von Brigitte Blobel

Neulich saß ich heulend in der Bücherei. Nun, zum Glück nicht wirklich, aber ich kämpfte schwer gegen meine Tränen an.

Warum?

Weil ich in ein Buch hineinlas, von dem ich dachte, das könnte was fürs Kind sein. Ich las weit am Ende und war – obwohl ich nicht die ganze Geschichte kannte – sehr berührt vom Gelesenen.

Das Kind kam um die Ecke und war fertig mit der eigenen Auswahl, sodass ich „mein“ Buch zuklappte, noch einmal schluckte, um den Kloß im Hals loszuwerden, und das Buch mit auf den Auswahlstapel legte.

Als wir später am gleichen Tag bei einem Arzt noch Wartezeit hatten, begann ich, dem Kind die Geschichte vorzulesen.

Und weil ich selbst gespannt war, wie sich die Story entwickeln würde, Weiterlesen