Meine Buchmesse in Frankfurt 2018 – eine Nachlese

Für mich gab es ein Novum dieses Jahr: Nicht nur zwei, sondern ganze drei Tage durfte ich auf der Frankfurter Buchmesse verbringen! Ob das ausreichend war? Lest selbst!

Bereits am Dienstag gab es eine Zusatzstunde, als es einen Presserundgang durch den Ehrengastland-Pavillon von Georgien gab. Das war toll! ‚So leer werde ich diesen Messebereich sicher nicht noch einmal sehen‘ dachte ich mir und sollte damit Recht behalten.

Georgian Characters

Nach dem recht nüchternen Ehrengastauftritt im letzten Jahr war der diesjährige einfach phänomenal. Alles wirkte sehr durchdacht und mit viel Herzblut umgesetzt.

Ein dezent psychedelisch wirkender Klangteppich durchwehte den Raum. Woher der kam? Aus dem „Hub of Emotions“. Ein würfelförmiger Raum, in den man gehen konnte. Videoinstallationen an allen vier Wänden zeigten Gesichter von georgischen Autor/innen, deren Mimik der Betrachter in Zeitlupe verfolgen konnte.

Noch interessanter fand ich persönlich aber den „Hub of Reflections“. Hier gab es zwar keine derart außergewöhnlichen Klänge, aber dafür eine Menge sehr schöner Fotografien aus Tiflis, die das Buchliebhaber-Herz höher schlagen ließen. Außerdem hatte er nicht nur von innen, sondern auch von außen eine wunderschöne Optik. Im Stil eines alten georgischen Veranstaltungssaals war er gestaltet, konnte man am außen befestigten Infoschild erfahren.

Hub of Reflections

Mein Eindruck war, dass die Buchmesse von den Veranstaltungen her sehr viel politischer ausgerichtet war als in den vergangenen Jahren. Nach den eher schlechten Erfahrungen 2017 wurde wohl auch beim Sicherheitskonzept einiges umgestellt, was sich vielleicht vorwiegend auf die Veranstaltung eines bestimmten „blauen“ Politikers am Freitagnachmittag auswirkte. Dass diese nicht prominent auf einer öffentlichen Bühne, sondern in einem geschlossenen Raum stattfand, finde ich lobenswert.

Vielleicht war aber auch mein Fokus auf politische Veranstaltungen nach 2017 geschärft. Denn da war ich im Nachhinein froh, als sich Videos im Internet ansammelten, dass ich am Freitag nicht mehr vor Ort in Frankfurt gewesen war.

Ein Schwerpunkt für mich waren kurze oder längere Wiedersehen mit lieben Buchmenschen. Manche Begegnungen wurden schon vor der Messe (grob) per Social Media geplant, andere fanden spontan statt, weil wir uns „einfach so“ über den Weg liefen. Nette Blogger/innen, ein spontan längeres Gespräch mit einem Security-Mitarbeiter, viele, viele Gesprächsrunden/Vorträge/Podiumsdiskussionen, Begegnungen mit Autor(inn)en, Dinner in großer Runde, ein paar Stunden mit den ehemaligen Kolleginnen aus der Buchhandlung, … – selbst diese lange Liste ist noch nicht vollständig. Aber darum geht es ja auch nicht.

Vor der Messe hatte ich mir aus dem Messekalender so zwischen zehn und 20 Veranstaltungen herausgesucht, die mich interessierten. Die App war dieses Jahr spürbar besser in Sachen Nutzerfreundlichkeit (vor allem die Hallenpläne fielen positiv auf) und tatsächlich eine große Hilfe im Messetrubel. Natürlich gab es vor Ort immer wieder Anpassungen daran und es wurden am Ende weniger, die ich tatsächlich besucht habe.

Dafür war zwischendrin auch immer wieder Zeit, um tatsächlich mal nach Büchern zu gucken. Ich konnte mich einfach mal treiben lassen in den Hallen. Und dabei so manches entdecken.

Und obwohl ich drei Tage Zeit hatte, hab ich noch immer nicht alles gesehen! Frankfurt Kids mit der Kids stage zum Beispiel entging mir völlig. Halle 5 und 6 gingen allgemein komplett an mir vorbei. Nicht mal jede Person, die ich gern getroffen hätte, hab ich gesehen. Also ist selbst nach drei Messetagen noch „Luft nach oben“.

Glücklich, dankbar und erfüllt von vielen wunderbaren Momenten ging es Freitag Abend dann heim.

Vielen Dank, liebe Messe mit all Deinen Akteuren! Es war auch dieses Jahr eine große Freude!

P.S.: Hier belasse ich es fürs Erste bei den zwei Bildern. Ein paar Eindrücke der Tage findet Ihr auch drüben bei Instagram.