Winterlese in Bad Mergentheim

Ich weiß, an diesem Wochenende findet die BuchBerlin statt. Vor anderthalb Jahren hatte ich sie mir im Kalender notiert, aber nachdem wir recht viel unterwegs sind an Wochenenden, bin ich inzwischen über jedes reisefreie Wochenende froh. Und immer wieder überrascht, was für tolle literarische Veranstaltungen es in Bad Mergentheim gibt. Gestern Abend war es wieder so weit und heute geht es sogar noch weiter.

Die erste Winterlese findet statt und die Literatur-Soirée gestern Abend hat mich schwer begeistert! Vertreter von 14 unabhängigen Verlagen stellten ihre Lieblinge aus den aktuellen Verlagsprogrammen vor und gaben kurze Einblicke in die jeweilige Verlagsgeschichte. Ausschnitte aus den vorgestellten Büchern las Ulrike Götz dann vor, die für jeden Text eine sehr gute Umsetzung fand. Chapeau!

Heute geht es nochmal weiter mit einem Büchermarkt im Deutschordensmuseum. Der Eintritt ist frei, es sind Lesungen und Gespräche geplant und auch für Kinder ist etwas dabei. Im Roten Saal stellen ganze 17 Verlage/Firmen aus und nach der gestrigen Auftaktveranstaltung bin ich wirklich gespannt auf den Tag heute. Auch für Kaffee und Kuchen ist gesorgt – da ist der Freundeskreis „Literatur im Schloss“ aktiv.

Aber zurück zu gestern. Welche Gäste welche Bücher vorstellen wollten, stand freilich vorher fest. In welcher Reihenfolge, das wurde ausgelost, weshalb es den ganzen Abend spannend blieb. Hier nenne ich kurz die Bücher, die vorgestellt wurden (alles zu wiederholen, was im Laufe des Abends erzählt wurde, würde den Rahmen sprengen).

  1. „Logbuch des Lebens“ von John Steinbeck (Neuübersetzung. Mare Verlag, Hamburg)
  2. Eduardo Galeano: „Frauen“ (Peter Hammer Verlag, Wuppertal)
  3. „Anne Lister. Eine erotische Biografie“ von Angela Steidele (Matthes & Seitz, Berlin)
  4. „Fokus“ von Arthur Miller (Büchergilde Gutenberg, Frankfurt)
  5. Richard Adams Locke: „Neueste Berichte vom Cap der guten Hoffnung über Sir John Herrschel’s höchst merkwürdige Astronomische Entdeckungen, den Mond und seine Bewohner betreffend“ (Verlag Das Kulturelle Gedächtnis, Berlin)
  6. „Hundert schwarze Nähmaschinen“ von Elias Hirschl (Jung und Jung, Salzburg/Wien)
  7. Nina Jäckle: „Stillhalten“ (Klöpfer & Meyer, Tübingen)
  8. „Donnerwetter, sagte Fuchs“ von Kristina Andres (Moritz Verlag, Frankfurt)
  9. Dagmar Fohl: „Schneemusik“ (Gmeiner Verlag, Meßkirch)
  10. „Faber. Der Zerstörer“ von Tristan Garcia (Verlag Klaus Wagenbach, Berlin)
  11. Horst Bredekamp: Marburg als geistige Lebensform (Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn)
  12. „Die Kunst, einen Schwarzen zu lieben ohne zu ermüden“ von Dany Laferriéres (Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg)
  13. Dietmar Sous: „San Tropez“ (Transit Verlag, Berlin)
  14. „Alphabet der Kindheit“ von Helge-Ulrike Hyams (Berenberg Verlag, Berlin)

Neben all den Anekdoten, die zum Besten gegeben wurden an diesem unterhaltsamen Abend, fiel immer wieder die schöne Gestaltung der vorgestellten Bücher auf. Die einen achten auf die Haptik, viele Bücher sind liebevoll illustriert, bei manchen ist selbst noch das Vorsatzpapier grafisch auffällig gestaltet. Bei einem schien der Buchtext schon auf dem Titel zu beginnen – das werde ich mir heute nochmal genauer anschauen. 😉

Beatrice Faßbender, die den Abend moderierte, entlockte dem einen oder anderen Verlagsvertreter auch noch etwas Hintergrundwissen in Sachen Buchkunst. Vermutlich hätte man diesen Part noch ein wenig ausweiten können, aber auch so war der Abend lang und vor allem interessant genug.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten! Nach dem gestrigen Abend kann ich nur sagen: Hoffentlich kann dieses Format in Zukunft wiederholt werden!

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