Frankfurter Buchmesse. Oder: Ganz viele kleine Familientreffen im großen Ganzen

Mein vierter Besuch der vermutlich schönsten Buchmesse bestand, wie im vergangenen Jahr, aus den zwei Tagen Mittwoch und Donnerstag. Aber er brachte eine erfreuliche Neuerung mit sich, da meine Schwester seit kurzem im Speckgürtel von Frankfurt wohnt. Ich konnte das Hotel, dass natürlich fast ein Jahr im Voraus von mir gebucht wurde, wieder stornieren. Vielen Dank dafür! Aber manches bleibt, wie es ist und so verfiel ich erneut ein paar Anfängerfehlern.

Was ich falsch gemacht habe

1. Die Tage viel zu voll planen, weil so viele tolle Veranstaltungen geboten werden. Teilweise hetzte ich von Punkt zu Punkt und musste immer mal wieder „Termine“ aus dem Kalender schmeißen, weil es doch zu viel geworden wäre. Dadurch hatte ich – noch mehr als sonst während der Buchmesse – das Gefühl, ständig etwas zu verpassen.

2. Am ersten Tag mit nicht komplett bequemen Schuhen auftauchen; für den zweiten Tag half glücklicherweise Blasenpflaster, was ich bei meinen Gastgebern bekam.

Trotzdem war die Messe natürlich genial! Nach meiner Anreise am „Tag 0“ (dem letzten Aufbautag, den Matthias Mayer hier mehr als amüsant beschrieben hat) gab es noch Familienzeit mit viel Gespräch und einem Probelaufen zur S-Bahn-Station. Zu spät ins Bett, zu früh wieder aufwachen – Ihr kennt das sicher.

Mittwoch – viele neue Leute treffen

Der Mittwoch begann sehr entspannt mit einem Frühstück in Laufweite zur Messe (kurzerhand über Twitter am Vorabend vereinbart). Danke, Ihr drei! Es war toll mit Euch!

Ein paar Highlights für mich am Mittwoch waren diese:

Im Azubistro lernen, dass Verlage ihr Zielgruppe zum Teil sehr plastisch personifizieren und dabei verstehen, warum einer der beiden vertretenen Verlage mich so überhaupt nicht anspricht. (Ich bin schlicht und ergreifend zu alt. 😉 )

Unda Hörner liest: „Kafka und Felice“

Unda Hörner las aus „Kafka und Felice“, ihrem Roman, der von deren Beziehung erzählt.

Eine Podiumsdiskussion, bei der es um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Buchhandlungen und Buchbloggern ging. Zwar kannte ich einige der vorgestellten Aktionen schon, aber manche eben auch nicht. Und neben zwei mir bereits bekannten Gesichtern durfte ich rund um diese Veranstaltung auch den Literarischen Nerd und Holger Reichard von wortmax.de einmal persönlich kennenlernen. Letzterer hatte die Veranstaltung organisiert und angekündigt. Wenn Ihr wissen wollt, wer noch dabei war: bitte hier entlang.

Abends nahm ich erstmals an einem Pub’n’Pub-Meetup teil, welches vom Orbanism organisiert wurde. Das war sehr interessant und entspannt und einige Bekanntschaften ließen sich vertiefen. Eine große Empfehlung also, falls Ihr mal die Möglichkeit zur Teilnahme haben solltet.

Donnerstag – der familiärere Tag

Nachdem der Abend später endete als meine alltäglichen Abende unter der Woche im Arbeitsalltag, konnte ich am Donnerstag glücklicherweise auch etwas länger schlafen. Ich ließ mir Zeit, packte meine Sachen in Ruhe wieder zusammen und frühstückte. Insgesamt war ich so entspannt, dass ich – auch dank Stau – sehr viel später ankam als geplant und meine ersten zwei geplanten Stationen gleich mal streichen konnte.

Der erste Termin, den ich wahrnahm, war dann die Guided Tour „Klein aber fein“, zu der ich mich im Vorfeld fest angemeldet hatte. Innerhalb einer Stunde spazierten wir zu den Ständen von acht (!) unabhängigen Verlagen. Diese Stunde hatte es wirklich in sich – geballte Information. Begeistert hat mich dabei vor allem, das Herzblut zu spüren, mit denen alle am Werk zu sein scheinen.

Als nächstes freute ich mich über die Lesung von Jürgen Albers, der seinen bereits veröffentlichten Roman „Crossroads“ vorstellte. Normalerweise lese ich keine Krimis, aber die Mischung mit Historischem Roman machte mich so neugierig, dass ich meinen Vorsatz, ohne neue Bücher zurück nach Hause zu kehren, brach.

„Stippvisite und Kekse“ hieß es beim Wiedersehen mit einigen lieben Buchmenschen, die ich bei den beiden Literaturcamps in Heidelberg kennenlernen durfte. Viele nette Gespräche, einige Umarmungen, Tee… Eine sehr entspannte, familiäre Atmosphäre, die sofort wieder die Lust aufs nächste Litcamp weckte. Bei mir zumindest.

Zum Abschluss besuchte ich Titus Müller beim Meet & Greet am Verlagsstand. Ihr lieben Leute, die mir immer gesagt haben, er sei sehr nett: das kann ich jetzt auch bestätigen. 🙂 Als ich ankam, wurde er gerade noch interviewt und anschließend ergaben sich einige tolle Gespräche und für mich war es toll, einen meiner Lieblingsautoren mal persönlich zu treffen und ein paar Worte wechseln zu können.

Natürlich gab es zwischendurch viele erfreuliche, herzliche Begegnungen mit bereits liebgewonnenen Menschen sowie persönliches Kennenlernen von Menschen, denen ich vorher nur online begegnet war. Ein herzliches Dankeschön an alle – Ihr wisst, wer gemeint ist.

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