90 Minuten im Himmel – von Don Piper

Don Piper. 90 Minuten im Himmel.Da hat jemand einen Autounfall. Das stelle man sich mal vor. Einen richtig bösen. Am Ende einer zweispurigen Brücke, der LKW von der Gegenspur kommt plötzlich rüber, der PKW landet drunter. Die eintreffenden Sanis können nur noch den Tod des Autofahrers feststellen.

Und der ist im Himmel. Wird dort begrüßt von wahnsinnig vielen Menschen, die in seinem Leben Bedeutung hatten. Alle sind glücklich ihn zu sehen und loben Gott. Was genau er da wahrnimmt – in diesen „90 Minuten im Himmel“ -, versucht der Autor zu Beginn seines Erlebnisberichtes in Worte zu fassen. Dass das nur sehr unzureichend gelingen kann, dessen ist er sich bewusst.

„Ich kann mir noch immer nicht ganz erklären, wie, aber die Freude, die an diesem Ort herrschte, löschte alle Fragen aus. Alles war ganz und gar unbeschwert und vollkommen.“ (Don Piper, 90 Minuten im Himmel, Seite 23)

Aber Don Piper darf nicht im Himmel bleiben. Nach 90 Minuten ist er plötzlich wieder zurück im Leben. Weiterlesen

LitCamp (4): #einLichtfuerLinsensicht

Session_Julia Von einer emotional anstrengenden Woche erzählte uns Julia in ihrer Session. Aber erst gab es ein wenig Information zur Vorgeschichte. Seit zwei Jahren litt Chris an Darmkrebs. Nachdem er damit an die Öffentlichkeit gegangen war, wurde der Hashtag #LichtfuerLinsensicht ins (Twitter-) Leben gerufen, unter dem ihm immer wieder Lichtbilder geschickt wurden. Die Botschaft: „Wir sind bei dir. Du schaffst das!“

Nun musste er am Sonntag vor dem LitCamp erneut ins Krankenhaus. Und es hieß, dass er den Kampf gegen den Krebs anscheinend doch verloren habe. Plötzlich kamen wieder neue Lichtbilder dazu. Und auf einmal schlich sich das „ein“ in den Hashtag. Der nun neue Hashtag #einLichtfuerLinsensicht hatte etwas von Sterbebegleitung. Am Dienstagabend kam spät dann die Nachricht, dass Linsensicht gestorben sei.

Wie kann man trauern um einen Menschen, den man nie real in die Arme schloss? Den man „nur“ online kennt, den man aber auch auf diesem Weg fest ins Herz geschlossen hat?

Julia schrieb selbst diesen wunderbaren Artikel dazu.

Plötzlich sind da all diese Fragen. Wie kann das gehen mit einer Online-Trauer? Weiterlesen

Dankbarkeit am Dienstag (24)

Hallo Ihr Lieben,

ich weiß nicht, ob ich heute über die Dankbarkeits-Momente in meinem aktuellen Leben schreiben würde, hätte ich es mir nicht ganz fest vorgenommen und den Post sogar schon begonnen zu formulieren. Im Angesicht der Geschehnisse in Brüssel kommt mir alles (einmal mehr) so banal vor! Bislang sah ich einiges an Nachrichten auf Twitter dazu, an einer Stelle sogar ein kurzes Video, dass angeblich den Moment kurz nach der Explosion am Flughafen zeigt. Ich wage es bisher nicht, den Fernseher einzuschalten und Bilder in Nachrichten zu sehen.

Immer wieder, wenn so schreckliche Dinge passieren, ist die Gefahr da, den Mut zu verlieren. Den Kopf in den Sand zu stecken und zu fürchten, dass es kein „besser“ mehr geben kann auf dieser Welt. So viele Dinge, die schlecht schlaufen, so viel Krieg, Terror und Schreckliches! Ich weiß nicht, was ich sagen kann dazu.

Außer vielleicht, dass „Aufgeben“ keine Option sein kann. Gerade jetzt, Weiterlesen

Anders als Vorher

Kürzlich Las ich ein Interview, das ich sehr ermutigend fand. Es ist in der aktuellen Joyce abgedruckt. Geführt von Uta Rosa Ströbel mit Thea Eichholz, einer Musikerin. Vor ein paar Jahren war Theas Mann gestorben. Ihre Trauer prägte das Album „Breite deine Flügel aus“. Inzwischen gibt’s in Mannheim eine Patchwork-Familie und das neue Album „Anders als Vorher“ im Handel.

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Hier die Passagen, die mich beim Lesen am meisten bewegten. Und einige Gedanken dazu.

Rückblickend auf die Zeit nach dem Tod:

Sicher, am Anfang lebt man wirklich ein bisschen so wie in Watte gepackt. Aber ich habe in der Zeit viel Tagebuch geschrieben und das hol ich mir oft wieder hervor, um zu sehen: Was habe ich damals gedacht, wie habe ich mich weiterentwickelt?

Tagebuch schreiben. Genau! Und im Rückblick die Entwicklung nachvollziehen können. Kann ich nur empfehlen – sowohl in guten als auch in schweren Lebensphasen.

Trauernde können sich untereinander wohl am besten an die Hand nehmen.

Da ist was dran. Wenn bei dir selbst grad „alles im Lot“ ist und du im Leben bisher vielleicht kein Leid erfahren hast – oder jene Erfahrung nicht mehr so präsent ist -, wie willst du einem Trauernden dann helfen? Andererseits denke ich, dass Menschen, die einander sehr nah stehen (langjährige Freunde beispielsweise), einander in jeder Lebensphase eine große Hilfe sein können.
Und btw: Kann man den Grad einer Hilfe überhaupt messen? Ist das nicht immer subjektiv?

Wenn du mit Jesus lebst, hast du sicher auch manchmal Phasen voller Zweifel. Stimmt das denn, was ich da glaube? Hat es Hand und Fuß? Oder hat die Mehrheit recht und das ist alles Quatsch? Thea sagte dazu Folgendes, was die Thematik gut auf den Punkt bringt, wie ich finde:

Eine Freundin meinte neulich: Die ganze Sache mit Gott – entweder er existiert wirklich und alles geht zu ihm zurück – oder es war alles Einbildung, dann juckt mich das auch nicht, wenn ich tot bin.

Eine Lücke, die ein Mensch hinterlässt, ist niemals von einem anderen Menschen zu schließen.

Genau. Das macht die Erinnerung an Menschen so wertvoll. „Die Oma hätte jetzt das gesagt, der Vater jenes“ – wer kennt diese Art von Gedanken nicht?

Als ich dann mal bei einer Freundin in einem Gästezimmer übernachtete, das sich ein bisschen wie eine Kapelle anfühlt, ein weißer Raum mit hohen Decken, da bin ich eines Morgens sehr früh aufgewacht und dachte: Hier ist so viel Platz, so viel Luft, ich kann atmen. Genau das wünsche ich mir auch innerlich, dass nicht alle Zimmer zugestellt sind. Platz zum Denken, zum Beten, Platz für Gottes Ideen. Das hat mich inspiriert.

Diese Sätze erinnern mich an zweierlei. An die Stille-Tage im Bethesda-Gästehaus in Wuppertal. Dort gibt es eine kleine Kapelle, die zwar nicht groß und hell, dafür aber sehr gemütlich und zur Stille einladend ist. Innerlich loslassen, freiwerden… Hin und wieder diese Freiheit empfinden, tut der Seele mehr als gut.
Zum zweiten an ein Lied von Johannes Falk. „Weit auf“ heißt der Titel.

Die Verse [Jesaja 43,18-19] haben mich über Jahre begleitet und nach und nach habe ich erspürt, dass meine Wüste nicht ewig ist, dass Gott wieder etwas fließen und wachsen lassen kann und will.

Ebendiese Verse begegneten mir auch vor einiger Zeit und fallen mir seitdem immer wieder besonders auf. Einfach mal nachlesen, sind sehr genial!

Wenn einen mal wieder der Gedanke antreibt, alles perfekt machen zu wollen, kann das hier eine gute Hilfe sein:

Es tut gut, sich dann immer wieder bewusst machen zu dürfen: Was ich hier tue, ist nur ein Pups im Wind, es ist nicht der Nabel der Welt! Und letztendlich – was ist denn das Schlimmste, was passieren kann? Das hat schon meine Oma immer meiner Mutter gesagt, und ich sage es meinen Kindern: „Schau an, wovor du Angst hast – so schlimm kann es nicht kommen, und wenn doch, dann ist da immer noch Gott.“

Während der Schule, vor allem in der Abizeit, hab ich mich mit diesen Gedanken / Worst-Case-Szenarien oft beruhigt und den Druck raus genommen. Schlimmstenfalls kann dies das Ergebnis sein (00 Punkte zum Beispiel). Dann wäre der Durchschnitt am Ende ungefähr dieser… Na also…
Das hilft sehr! Einfach mal ausprobieren!