[Buchtipp] Falsche Freundschaft – von Brigitte Blobel

Neulich saß ich heulend in der Bücherei. Nun, zum Glück nicht wirklich, aber ich kämpfte schwer gegen meine Tränen an.

Warum?

Weil ich in ein Buch hineinlas, von dem ich dachte, das könnte was fürs Kind sein. Ich las weit am Ende und war – obwohl ich nicht die ganze Geschichte kannte – sehr berührt vom Gelesenen.

Das Kind kam um die Ecke und war fertig mit der eigenen Auswahl, sodass ich „mein“ Buch zuklappte, noch einmal schluckte, um den Kloß im Hals loszuwerden, und das Buch mit auf den Auswahlstapel legte.

Als wir später am gleichen Tag bei einem Arzt noch Wartezeit hatten, begann ich, dem Kind die Geschichte vorzulesen.

Und weil ich selbst gespannt war, wie sich die Story entwickeln würde, Weiterlesen

Gregs Tagebuch 1: Von Idioten umzingelt! – Jeff Kinney

„Gregs Tagebuch“ war das erste Buch, was Mr. Son zum Lachen brachte, als er es selbst las. „Damals“ hatte er gerade die zweite Klasse hinter sich gebracht, aber mir kommt es vor, als sei es gestern gewesen. Das Kind war – wie meist üblich im Hause jelimuki – abends in seinem Bett mit Lesen beschäftigt, bevor die eigentliche Schlafenszeit begann. Ich war irgendwo anders in der Wohnung, vermutlich am Schreibtisch oder auf der Couch, als ich das Kind plötzlich Kichern hörte. Erst einmal kurz, dann nochmal länger. Das ging ein paar Mal nacheinander so, also beschloss die neugierige Frau Mama natürlich, nachzugucken, ob das Kind irgendwelchen Blödsinn macht. Machte es aber nicht, sondern las tatsächlich ganz brav. Kicherte eben einfach immer wieder beim Lesen. Ich durfte auch gar nicht weiter stören, das Kind wollte in Ruhe lesen – also ließ ich es.

Inzwischen hat das Kind alle bisher erschienenen Bände dieser Reihe gelesen. Weiterlesen

[Rezension] Der Kuss des Feindes

Der_Kuss_des_FeindesDies ist der erste historische Jugendroman, den ich las. Titus Müller ist bei historischen Romanen sowieso schon lange einer meiner Lieblingsautoren, 2012 legte er seinen ersten für Jugendliche vor.

Der Roman spielt etwa 800 n.C. in Kappadokien, einer Landschaft in der heutigen Türkei.
Arif ist 15 und damit erwachsen. Sein Vater Haroun ist der Führer des arabischen Stammes, in dem sie leben und Arif steht immer im Schatten seines älteren Bruders Utman, der vor einem Jahr als Held starb. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder, der von allen nur „al-Qabih“ („der Hässliche“) genannt wird, ist behindert und wird vom Stamm immer wieder gehänselt und zum Außenseiter gemacht. Der herzensgute Arif aber beschützt ihn, wo es nur geht. Er sehnt sich sehr danach, von seinem Vater anerkannt oder wenigstens wahrgenommen zu werden und steht permanent unter dem Druck, sich beweisen zu müssen. Die Brüder der Familie Zakariyya beanspruchen die Führerung des Stammes für ihre Familie, weil ihre und die Familie Asad seit langer Zeit miteinander verstritten sind. Seit dem Tode Utmans sehen sie gute Chancen dafür und provozieren Arif, wo sie nur können.

Doch die Streitigkeiten innerhalb des Stammes sind nur eine Front. Weiterlesen

[Rezension] Der Riese, der mit dem Regen kam

DerRieseDerMitDemRegenKam_01Albert Loblos, gerade elf Jahre alt, lebt mit seiner Mutter und den fünf Schwestern im Sommerhochhaus. Die Sommerferien beginnen gerade und ihm steht eine langweilige Zeit bevor. Seine Mutter setzt alles auf Alberts Schwestern, die sie von Casting zu Casting jagt, in der Hoffnung, dass mindestens eine von ihnen groß rauskommt und sich damit die finanziellen Sorgen der Familie von selbst erledigen. Für Albert hat sie nichts übrig und hält es für einen Irrtum, dass ausgerechnet er ihr Sohn sein soll.

„Sogar deiner Mutter bist du egal.“
„Das stimmt nicht!“ Albert sah sie wütend an.
„Träum ruhig weiter“, zischte Frau Urgel. (Seite 83)

Einen Hoffnungsschimmer gibt es, als am Abend des ersten Ferientages Kalinda mit ihrer Mutter und deren Freund ins Hochhaus einzieht. Vielleicht können Kalinda und Albert Freunde werden? Weiterlesen

[Rezension] Briefe von Hans

Susanna Maibaum wurde 1972 geboren und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Marburg. Sie ist Erzieherin und arbeitet in einem evangelischen Familienzentrum. Außerdem ist sie als Lektorin tätig und schreibt Kinder- und Jugendbücher, mit denen sie auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln möchte. Weitere Bücher von ihr sind „Was passiert mit Hilde Mück?“ (2012) und „Davids Geschichte“ (2014).

Briefe_von_Hans_Cover„Briefe von Hans“ besteht hauptsächlich aus den Briefen der Brüder Hans und Friedrich Bärmann aneinander, die zwischen dem 3. August 1914 und dem 26. April 1917 geschrieben wurden. Hans ist als der Ältere von beiden im ersten Weltkrieg an der Front in Frankreich, während Friedrich mit seinen 14 Jahren noch zur Schule geht. Friedrich ist darüber sehr unglücklich Weiterlesen

[Rezension] Karlinchen – Ein Kind auf der Flucht

KarlinchenWir haben ein wunderschön bebildertes Kinderbuch zum Thema Flucht entdeckt und heute gelesen:
Karlinchen – Ein Kind auf der Flucht. Sowohl Text als auch Illustrationen stammen von Annegert Fuchshuber. Die Erstausgabe erschien bereits 1995 ebenfalls im Annette Betz Verlag, wurde nun aber aus aktuellem Anlass erneut aufgelegt.

Annegert Fuchshuber, Jahrgang 1940, wurde in Magdeburg geboren und wuchs in Halle auf. Nach ihrer Ausbildung an der Werkkunstschule Augsburg und weiteren Stationen illustrierte sie 1968 ihr erstes Buch, worauf sie Geschichten für Kinder schrieb und gestaltete. Sie erhielt unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis 1984 und starb 1998 in Augsburg.

Im Buch muss Karlinchen davonlaufen, „denn Feuer fiel vom Himmel“, das Kind ist allein, hungrig und hat natürlich Angst. Über verschiedene Stationen trifft es immer wieder auf Menschen oder Phantasiegestalten – niemand will ihm helfen. Selbst im „Land der Schaffraffer“ hilft man dem Mädchen nicht, obwohl es den Menschen gut geht und sie in einem solchen Überfluss leben, dass sie übrig gebliebenes Essen wegwerfen müssen. Glücklicherweise gibt es nach all den Stationen und all dem Laufen doch ein Happy End für Karlinchen, wenn auch ein unerwartetes.

Die liebevollen Illustrationen bringen gut die einzelnen Stimmungen rüber, die Karlinchen empfindet. Karlinchen denkt immer wieder, dass die anderen sie nicht mögen / ihr nicht helfen / sie nicht verstehen, weil sie anders anders ist und fremd.

Das Buch machte mich schon beim ersten Durchblättern und Überfliegen betroffen, vor allem die Seiten, auf denen Karlinchen bei den Schaffraffern abblitzt. Die Aktualität und Parallelen sind natürlich nicht zu übersehen und so kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich mit seinen Kindern auf altersgerechte Art und Weise dem Thema Flucht nähern möchte. Lasst Euch berühren!

Annegert Fuchshuber: „Karlinchen – Ein Kind auf der Flucht“, Annette Betz / Ueberreuter Verlag GmbH, Berlin 2015. 32 Seiten. ISBN 978-3-219-11692-2

[Rezension] Bärentöter – Der Auserwählte

BärentöterZum Autor:
Dr. Roland Pauler, 1954 in Bamberg geboren, studierte Geschichte, Altphilologie und Germanistik und hat eine beachtliche Laufbahn als Historiker hinter sich. Zum Mittelalter hat er schon so einiges veröffentlicht, sowohl Sachbücher als auch Belletristik. 2004 zog er sich aus privaten Gründen aus der Lehrtätigkeit zurück und widmet sich seitdem seiner Familie und der Schriftstellerei. Er lebt bei Passau.

Inhalt:
Kurz vor Weihnachten wurde der Bauer Bert von Räubern ermordet, nun steht seine Witwe Lisa mit drei Kindern allein da und Wilfried, der älteste Sohn muss mit seinen vierzehn Jahren kräftig mit anpacken. Als der Kaufmann & Viehtreiber Zoltán im Mai schon mit seiner Herde vorbei kommt statt wie üblich erst im Herbst, ist die Überraschung groß. Die Erklärung ist einfach: In Italien wütet die Pest, daher lässt er diese Route ausfallen.
Wilfried ist froh, dass er Zoltán als Treiber mit begleiten darf Weiterlesen