90 Minuten im Himmel – von Don Piper

Don Piper. 90 Minuten im Himmel.Da hat jemand einen Autounfall. Das stelle man sich mal vor. Einen richtig bösen. Am Ende einer zweispurigen Brücke, der LKW von der Gegenspur kommt plötzlich rüber, der PKW landet drunter. Die eintreffenden Sanis können nur noch den Tod des Autofahrers feststellen.

Und der ist im Himmel. Wird dort begrüßt von wahnsinnig vielen Menschen, die in seinem Leben Bedeutung hatten. Alle sind glücklich ihn zu sehen und loben Gott. Was genau er da wahrnimmt – in diesen „90 Minuten im Himmel“ -, versucht der Autor zu Beginn seines Erlebnisberichtes in Worte zu fassen. Dass das nur sehr unzureichend gelingen kann, dessen ist er sich bewusst.

„Ich kann mir noch immer nicht ganz erklären, wie, aber die Freude, die an diesem Ort herrschte, löschte alle Fragen aus. Alles war ganz und gar unbeschwert und vollkommen.“ (Don Piper, 90 Minuten im Himmel, Seite 23)

Aber Don Piper darf nicht im Himmel bleiben. Nach 90 Minuten ist er plötzlich wieder zurück im Leben. Weiterlesen

Wie ich den NaNoWriMo dieses Jahr in den Sand setzte.

Eins vorweg: Nein, ich will nicht jammern. Und ich will auch kein Mitleid. Ich möchte einfach nur sagen, dass ich für diesen November raus bin aus der Nummer.

Als ich merkte, dass das bisschen Plot, was ich am Monatsanfang noch zustande gebracht hatte, mich nicht zu den 50000 Worten tragen würde, wurde es schleppend. Zwischendurch kamen zwar neue Ideen, aber alle hätten viel Zeit für Recherche erfordert. Die hatte ich nicht.

Also fing ich irgendwann an zu schummeln. Weiterlesen

Ich lebe noch. Oder: „Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben“

Ja, seit der Buchmesse und meinen letzten Blogartikeln verging gefühlt eine Menge Zeit. Das Jahr neigt sich dem Ende, der erste Schnee fiel bereits, blieb zum Glück aber noch nicht liegen. Im Moment schneit es schon wieder. Richtig dicke Flocken. Ich sehe sie von meinem Platz auf dem Sofa, wo ich gerade schreibe, sobald ich den Kopf ein wenig nach links drehe und aus dem Fenster schaue.

Ende Oktober wollte ich mich eigentlich auf den NaNoWriMo vorbereiten. Natürlich – wie immer – viel zu spät, aber zumindest nicht erst zwei Tage vorher, Weiterlesen

Kaum Bücher angeguckt und trotzdem Literatur getankt. #fbm16

tagesplaeneDieses Jahr waren mir zwei Tage in Frankfurt vergönnt. Ohne Kind, ganz allein, mit einer Übernachtung zwischendrin. Nach einigem Suchen hatte ich doch Etliches im Veranstaltungskalender gefunden, was mich interessierte und hatte ganz analog meinen papiernen Plan täglich dabei. Nach dem etwas unglücklichen Start im Parkhaus an meinem ersten Tag – vielen Dank noch einmal an die Dame, die mich so nett gerettet hat!!! – konnte der Mittwoch losgehen. Der erste geplante Stopp startete erst zwei Stunden nach meiner Ankunft und so konnte ich gleich zu Beginn ein paar Stände besuchen, die ich mir für „zwischendurch“ notiert hatte. An diesem Tag waren die Mitarbeiter noch recht frisch und guter Dinge, sodass alles in nettem Plaudern endete. Schön!

Im Orbanism Space lauschte, traf und sprach ich immer wieder gern und lernte so manche Menschen (nochmal) persönlich kennen, mit denen ich sonst nur digital kommuniziere. Vielen Dank für alle Begegnungen! Vor allem auch die bei der „Teezeremonie“, bei der das LiteraturCamp vorgestellt wurde. Lautes Hallo und viele tolle Leute – ein Fest! Ich hoffe sehr auf ein Wiedersehen in Heidelberg und plane es fest im Kalender ein. (24. und 25. Juni 2017 – Merken!)

silkescheuermannOft führen spontane Planänderungen zu was Gutem, Weiterlesen

jelimuki goes #Buchmesse

… oder: ich packe meinen Koffer(raum) und nehme mit…

Dieses Jahr plane ich zwei Tage am Stück auf der Buchmesse ein. Das war zwar im letzten Jahr auch schon so, aber da begleitete mich Mr. Son am ersten Tag. Beziehungsweise ich ihn, denn nach meinen Wünschen ging es da am wenigsten. Dieses Jahr also allein und mit einer Übernachtung. Mittwoch und Donnerstag sind die Tage, die für uns passen. Gefühlt sind zwar die meisten richtig coolen Veranstaltungen erst ab Freitag, aber da sind wir anderweitig verplant.

Nun heißt es also, Packliste schreiben. Oder zumindest überlegen, was so mit dabei sein soll.

Auf jeden Fall ein Rucksack! Natürlich wäre eine Tasche schöner, aber für den Rücken leider schlechter. Das zeigten mir die vergangenen Messebesuche und jünger werde auch ich nicht. (Wieso eigentlich???) Weiterlesen

Dankbarkeit am Dienstag (29)

Hallo Ihr Lieben,

momentan ist es ja – schon wieder, ich weiß! – recht ruhig hier im Blog. Das hat – auch schon wieder… – einen Grund, für den ich momentan sehr dankbar bin.

buechertischWie Ihr vielleicht wisst, darf ich dieses Jahr „Zuhause bleiben“. Das hatten wir bei unserem großen Change so beschlossen, damit wir als Familie und vor allem das Kind in der neuen Umgebung gut ankommen.
So kann ich dieses Jahr neben Herausforderungen, wie „immer ein warmes Essen auf den Tisch bringen“ und ähnlichen Haushalts- und Familienthemen, im Prinzip tun und lassen, worauf ich Lust hab. Daher im Juni der Besuch des Literaturcamps, bald der geplante Besuch der Buchmesse und jetzt aktuell… Tadaaaa! Ich bin Praktikantin. Nur vormittags, weil dann das Kind aus der Schule kommt und unter anderem essen möchte. 😉 Aber: In einer Buchhandlung! Weiterlesen

Mein Lieblingsbuch? Die Bibel.

„Ernsthaft?!“, denkst Du jetzt vielleicht und erinnerst Dich womöglich mit Erschrecken an staubtrockenen Konfi- oder Kommunionsunterricht in der Kindheit.

Aber: Ja. Ernsthaft.

Zwischen all den Büchern, die sich in allerlei Schränken, Regalen und Umzugskartons bei uns tummeln, gibt es dieses eine, zu dem ich immer wieder zurückkehre. Mal erst nach so langer Zeit, dass es schon Staub angesetzt hat, mal täglich. Phasenweise eben.

Im Laufe meiner Lesejahre nahm ich die Bibel – in verschiedensten Übersetzungen – wohl am häufigsten in die Hand. Sei es, um etwas nachzuschlagen (was inzwischen online natürlich hervorragend funktioniert) oder einfach nur so zum Lesen oder in der Hoffnung, Gott irgendwie „reden zu hören“. Und das war immer wieder spannend. Weiterlesen

[Rezension] Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

„Es wird Zeit, alles zu überdenken. Alles.“ (Seite 7) Das sind die ersten Worte in der Einführung von Tim Parks und an diese hält er sich in der vorliegenden Sammlung von Essays. Er unterteilt das Buch in vier Teile mit jeweils sieben bis zehn einzelnen Texten:

  • Die Welt des Buches
  • Das Buch in der Welt
  • Die Welt des Schriftstellers
  • Schreiben rund um die Welt

timparksEr wirft Fragen auf…

…wie die, ob man (gute) Bücher zu Ende lesen muss. Ob man liest, um sein Weltbild zu bestätigen oder zu hinterfragen. Ob alle Leser auf Grund der Globalisierung irgendwann nur noch zu den gleichen Büchern greifen – und wie viele Schriftsteller es dann überhaupt noch geben werde. Ob ein Schriftsteller tatsächlich in einsamer Abgeschiedenheit arbeiten muss oder sich vielleicht nicht doch dem „ohrenbetäubenden Geschnatter von Twitter“ (Seite 15) aussetzen könne – was Jonathan Franzen an anderer Stelle ausschloss. Er fragt, warum manche Leser ein Buch begeistert aufnehmen, was andere total abstoßend finden und bringt einen, wie ich finde, sehr überzeugenden Erklärungsversuch dazu ins Spiel. Weiterlesen

Träumen von Karl Ove Knausgard

traeumenManche Bücher möchte man am liebsten nie, nie wieder aus der Hand legen, wenn man einmal darin eingetaucht ist. So ein Buch ist „Träumen“ von Karl Ove Knausgard für mich geworden. Es landete auf meiner Lesewunschliste, nachdem ich in der TextArt 4/2015 die Buchvorstellung dazu gelesen hatte (Seite 7, falls jemand nachlesen möchte). Ein Besuch in der Buchhandlung meines Vertrauens kurz darauf überraschte mich dahingehend, dass sie das Buch nicht nur vorrätig hatten, sondern einen ganzen Stapel davon auf einem der Tische mitten im Raum präsentierten. Nach ein paar Monaten im Schrank packte ich diesen fünften Band von Knausgards auf sechs Bände angelegte Roman-Autobiografie aus und las ihn mit Begeisterung. Ich muss gestehen, die zuvor erschienenen Bände hatte ich allesamt noch nicht in der Hand. Vielleicht hole ich das noch nach, wer weiß. Die TextArt behielt recht:

„Seine Geschichte gibt auch einen Einblick in das Werden eines Schriftstellers.“

Genau das ist der Part, der mich am meisten fasziniert beim Lesen. Bevor Knausgard seinen ersten Roman veröffentlichte, hatte er immer wieder verschiedene Phasen, was sein Schreiben anging. Weiterlesen