[Buchtipp] Falsche Freundschaft – von Brigitte Blobel

Neulich saß ich heulend in der Bücherei. Nun, zum Glück nicht wirklich, aber ich kämpfte schwer gegen meine Tränen an.

Warum?

Weil ich in ein Buch hineinlas, von dem ich dachte, das könnte was fürs Kind sein. Ich las weit am Ende und war – obwohl ich nicht die ganze Geschichte kannte – sehr berührt vom Gelesenen.

Das Kind kam um die Ecke und war fertig mit der eigenen Auswahl, sodass ich „mein“ Buch zuklappte, noch einmal schluckte, um den Kloß im Hals loszuwerden, und das Buch mit auf den Auswahlstapel legte.

Als wir später am gleichen Tag bei einem Arzt noch Wartezeit hatten, begann ich, dem Kind die Geschichte vorzulesen.

Und weil ich selbst gespannt war, wie sich die Story entwickeln würde, beschloss ich, das ganze Buch vorzulesen. Natürlich zog sich das Ganze in die Länge – jeden Tag hat man ja nicht Zeit dafür -, aber inzwischen sind wir fertig mit diesem gemeinsam gelesenen Buch.

Aber mal vom Anfang. Was mich zunächst angesprochen hatte, war der Titel des Buchs:

Falsche Freundschaft – Gefahr aus dem Internet

Geschrieben hat die Geschichte Brigitte Blobel, von der ich selbst als junges Mädchen recht viele Romane gelesen hab. Natürlich sind bei einem Titel, der 2007 erstmals erschien, nicht mehr alle „harten Fakten“ topaktuell, aber dass die mir vorliegende Ausgabe von 2016 und in der sechsten Auflage veröffentlicht wurde, spricht sicher für sich. Wir leben doch alle mehr oder weniger in diesem „Neuland“ und sind als Eltern nun gefordert, die Kinder möglichst behutsam an die digitale Welt mit all ihren Freuden und Leiden heranzuführen. Drum herum kommen wir wohl kaum, vermute ich.

Nicht zu viel zu verraten, könnte schwierig werden. Deshalb nur ein klitzekleines Bisschen zur Story:

Yannick ist zehn Jahre alt. Er hatte einen großen Bruder, der nur 14 Jahre alt wurde. Tragisch genug, möchte man meinen. Ein Jahr nach dem Unfall ist Yannicks Familie natürlich noch immer nicht so fröhlich wie früher. Nun soll ein Tapetenwechsel helfen und sie ziehen in eine Kleinstadt. Oder ein Dorf? Mehr ein Dorf ist es wohl. Zumindest muss Yannick ab sofort mit dem Schulbus zur Schule fahren und in der Siedlung, in die sie ziehen, gibt es nur ein weiteres Kind in seinem Alter. Neue Freundschaften wären wichtig, lassen sich aber nicht aus dem Hut zaubern. In seiner neuen Klasse schlägt Yannick vor allem Skepsis und Desinteresse entgegen.

Nachdem sein Interesse für Computer und Internet erwacht ist, kann er nach einigem Hin und Her seine Eltern überreden, dass sie ihm den alten Computer seines Bruders vom Dachboden holen. Er taucht in die Online-Welt ein und findet im Kinderchat einen guten Freund, mit dem er über alles reden kann.

Mehr verrate ich jetzt nicht. Nur dies noch: Liebe Eltern, es gibt einen spannenden Showdown. Vielleicht habt Ihr auch die Möglichkeit, das Buch mit Eurem Kind zusammen zu lesen.

Bei uns lief es so, dass wir zwischendurch immer wieder über das Gelesene sprachen. Das war ganz gut für uns und ich hoffe, mit der Lektüre beim Kind noch einmal eine Sensibilität für das Thema geweckt zu haben. Es hat zumindest sehr viel verstanden (und war am Schluss fast genauso mitgenommen wie ich).

Mein Fazit: Wer Kinder in Yannicks Alter hat, dem sei das Buch zum gemeinsamen Lesen wärmstens empfohlen.

Brigitte Blobel: „Falsche Freundschaft – Gefahr aus dem Internet“, Arena Verlag 2016 (6. Auflage). 167 Seiten für 5,99 Euro. ISBN 978-3-401-02783-8

Das Copyright zum Cover liegt natürlich beim Verlag.

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