Gregs Tagebuch 1: Von Idioten umzingelt! – Jeff Kinney

„Gregs Tagebuch“ war das erste Buch, was Mr. Son zum Lachen brachte, als er es selbst las. „Damals“ hatte er gerade die zweite Klasse hinter sich gebracht, aber mir kommt es vor, als sei es gestern gewesen. Das Kind war – wie meist üblich im Hause jelimuki – abends in seinem Bett mit Lesen beschäftigt, bevor die eigentliche Schlafenszeit begann. Ich war irgendwo anders in der Wohnung, vermutlich am Schreibtisch oder auf der Couch, als ich das Kind plötzlich Kichern hörte. Erst einmal kurz, dann nochmal länger. Das ging ein paar Mal nacheinander so, also beschloss die neugierige Frau Mama natürlich, nachzugucken, ob das Kind irgendwelchen Blödsinn macht. Machte es aber nicht, sondern las tatsächlich ganz brav. Kicherte eben einfach immer wieder beim Lesen. Ich durfte auch gar nicht weiter stören, das Kind wollte in Ruhe lesen – also ließ ich es.

Inzwischen hat das Kind alle bisher erschienenen Bände dieser Reihe gelesen. Das viele Kichern blieb zwar irgendwann wieder aus, aber Spaß haben ihm die Bücher immer wieder gemacht.

Was das mit mir zu tun hat, fragt Ihr Euch? Äääääähhhmmm…, nun ja. Ich hatte mir immer vorgenommen, die Bücher auch mal zu lesen, hab es aber bisher nie wahr gemacht. Nun wollten wir heute im Garten mal wieder das fleißig wachsende Unkraut entfernen und die Jungs hatten angekündigt, eventuell mit zu helfen bei der Aktion. Ich selbst hatte vor zwei Wochen schon mal zwei Stunden mit dem Unkraut auf unserem Beet verbracht und dabei die Langeweile mit meinem Literatur-Podcast vertrieben, den ich immer gern höre. Was also heute hören, wenn die Kinder dabei sein würden? Bei der Suche stieß ich auf „Gregs Tagebuch“ und dachte mir, das wäre doch was. Also stellte ich das an, als wir anfingen und als wir fertig waren, waren wir schon mitten im zweiten Band mit dem Hören.

Nun aber genug zur Vorgeschichte – also endlich zum Buch selbst.

Zunächst einmal steht auf dem Cover neben Titel und Autor: „Ein Comic-Roman“. Das war damals auch der Grund, warum ich das Buch aussuchte, denn so ganz gern las das Kind damals noch nicht – und es sollte ja Spaß machen. Das Papier im Buch ist quasi liniert, der Text ist in einer an handgeschriebene Druckbuchstaben erinnernden Schriftart genau auf die Linien gedruckt und immer wieder von kleinen Comic-Zeichnungen unterbrochen. Dadurch ist das Buch tatsächlich für Leseanfänger sehr zu empfehlen. Zumindest hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese Art von „Lesen“ motivierender ist zu Beginn, als wenn das Kind lauter Seiten mit sehr klein gedruckten Buchstaben und vielen, vielen Zeilen vor sich hat.

Das Alter, in dem die Eltern anfangen, peinlich zu werden.

An einem Dienstag im September beginnen die Einträge und der letzte im ersten Band wird an einem Freitag im Juni darauf geschrieben / gezeichnet. Als erstes ist es Greg Heffley äußerst wichtig festzuhalten, dass es sich um seine Memoiren und KEIN TAGEBUCH handelt, weil Tagebücher natürlich nichts für Jungs sind. Genauso wichtig ist ihm, dass das Tagebuchschreiben nicht seine Idee war, sondern die seiner Mutter, die ihm dieses Tagebuch auch aufgezwungen gekauft hat.

Es ist der erste Schultag im neuen Schuljahr und Greg ist erstmals nicht mehr auf der Grundschule, sondern nun auf der Junior Highschool. Die fünfte Klasse wartet auf ihn und Greg will nun vermehrt auf sein Image achten. Er will sich mit Freunden nicht mehr zum „Spielen“ treffen, sondern zum „Abhängen“.

Gregs bester Freund ist Rupert Jefferson; der Stinkekäse auf dem Basketballfeld spielt eine wichtige (wenn auch passive) Rolle und natürlich sind Gregs Brüder voll die Nervensägen. Rodrick, der ältere, hat eine eigene Heavy Metal-Band. Der kleine Manni kann alles anstellen ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, denn die Eltern verwöhnen das Nesthäkchen ziemlich. Im Verlauf des Buches erzählt Greg also von all den kleinen und großen Abenteuern während des Schuljahres. Erste Versuche, Wahlkampf in eigener Sache zu betreiben gehören genauso dazu wie die Geschäftsidee mit der eigenen Geisterbahn im Keller von Ruperts Elternhaus. Was daraus wird, darf jeder Leser selbst entdecken.

Ob man Greg mit seinen Ansichten und den Streichen, die er gern mal spielt, mögen muss, sei mal dahingestellt. Rupert ist für ihn nicht nur bester Freund, sondern gern auch allererstes Opfer, wenn es ums Spielen von Streichen geht. Auch die Erziehungsmaßnahmen der Eltern – die Greg immer Mom und Dad nennt – empfinde ich als unterschiedlich. Meistens gibt es Videospielverbot für eine gewisse Zeit. Aber hin und wieder gibt es kreativere Ansätze. Bei einer Szene dachte ich heute beim Hören: Das muss ich mir merken, keine schlechte Idee. (Im Buch findet sich diese Episode etwa auf Seite 40.)
Die Sprache im Buch hingegen finde ich sehr sympathisch. Natürlich nicht immer das, was Eltern gern von ihren Kindern hören, aber dafür wohl näher an dem, wie die Kinder tatsächlich sprechen. 😉

Das Hörspiel, das ich heute nun „mal eben weghörte“, wurde von Nick Romeo Reimann gelesen und macht wirklich Spaß! Es ist unterhaltsam und wirklich toll eingesprochen.

Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt!“, Baumhaus Verlag (Bastei Lübbe AG) 2008. Übersetzung aus dem Englischen von Collin McMahon. 218 Seiten für 14,99 Euro. ISBN 978-3-8339-3632-6. Auch erhältlich als Taschenbuch, Hörspiel und Filmhörspiel.

3 Gedanken zu „Gregs Tagebuch 1: Von Idioten umzingelt! – Jeff Kinney

  1. Da erging es deinem Mr. Son genau so wie unserem. Im Übrigen gibt es mittlerweile auch Filme hierzu. Nächste Woche (01. Juni 2017) erscheint der vierte Teil im Kino. Teil 1- 3 haben wir schon durch und es war für mich eine neue Erfahrung, das mein Mr. Son beim kucken immer wieder spoilerte oder kurz vor einer Szene sich zusammenkauerte und ein Kissen ins Gesicht presste, da er ja wusste was nun folgen wird, da er auch die Bücher/Hörbücher bereits kannte.

      • Die Filme waren doch recht lustig. Wie so oft bei einer Serie, war der erste noch am Besten, aber es hat Spaß gemacht sie mit der Horde zu Hause zu kucken.

        Der nun neue Teil ist mit komplett anderen Schauspielern, da alle Beteiligten mittlerweile ihrer Rolle entwachsen sind. Haben ihn noch nicht gesehen, aber werden wir bestimmt nachholen.

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