Wie ich den NaNoWriMo dieses Jahr in den Sand setzte.

Eins vorweg: Nein, ich will nicht jammern. Und ich will auch kein Mitleid. Ich möchte einfach nur sagen, dass ich für diesen November raus bin aus der Nummer.

Als ich merkte, dass das bisschen Plot, was ich am Monatsanfang noch zustande gebracht hatte, mich nicht zu den 50000 Worten tragen würde, wurde es schleppend. Zwischendurch kamen zwar neue Ideen, aber alle hätten viel Zeit für Recherche erfordert. Die hatte ich nicht.

Also fing ich irgendwann an zu schummeln. Schrieb Texte in Scrivener, die mit dem Romantext null zu tun hatten und zählte deren Worte trotzdem mit. Oder die nur am Rande damit zu tun hatten. Ich nahm ein Schreiblehrbuch zur Hand und begann, darin zu lesen und ein paar Aufgaben darin zu bearbeiten. Natürlich zum aktuellen Projekt, aber natürlich war das kein Prosatext, sondern fiel eher unter die Rubrik „ich schreibe mich an mein Thema heran“. Genauso gut hätte ich mit der Schneeflocken-Methode arbeiten und die daraus gewonnenen Worte zählen können.

Zeitgleich wuchs unter dem selbst auferlegten Zwang, nur das Schreiben kreativ zu nutzen, die Sehnsucht, endlich mal wieder etwas anderes zu machen. Art Journaling oder mehr „Buntes“ im Bullet Journal oder zur Not mal wieder was zu stricken. Nicht unbedingt förderlich.

Zeit zum LesenAm Ende hatten es ganze 3974 Wörter ins Manuskript hinein geschafft, die eigentlich nichts darin verloren hatten. Ich war enttäuscht von mir selbst und frustriert. Als dann plötzlich unerwarteter Terminstress dazukam, spukte der Gedanke ans Aufgeben immer öfter in meinem Kopf herum und am 19. Tag traute ich mich tatsächlich. Ich gab zu, dass ich einfach aufgeben würde. Was für eine Erleichterung! Zumindest konnte ich nun wieder ein wenig Lesen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Das war natürlich nicht das, was ich im Sinn hatte, als ich Ende Oktober dachte, ich probiere es wieder. Im letzten Jahr lief der NaNoWriMo gut für mich, obwohl ich die komplette erste Woche nicht wirklich zum Schreiben kam. Weshalb also sollte es dieses Jahr nicht klappen? Nun ja.

Ich freu mich über alle Teilnehmer, die ebenfalls ans Aufhören denken, aber es nicht umsetzen. Macht weiter und verliert nicht den Spaß an der Sache! Und falls Ihr Euch auch mit Gedanken ans Aufgeben plagt, dann schaut doch mal dieses Video von Jennifer Jäger an. Sie hat sich entschieden durchzuhalten.

Das Romanprojekt an sich gebe ich natürlich nicht auf – dafür hat es mir im letzten Jahr zu viel Spaß gemacht, daran zu schreiben. Jetzt heißt es, das Ganze erstmal ein bisschen liegen lassen und vielleicht im Januar nochmal etwas strukturierter an das Ganze gehen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.