LitCamp (2): „Originäre Schreibthemen finden“

Sessionplan_SamstagIn dieser Session, die Tanja Steinlechner vom Schreibhain anbot, ging es ganz praktisch vor Ort ans Schreiben. Das hat mich im ersten Moment etwas überrascht, aber dann SEHR GEFREUT! [Und wenn ich bedenke, dass Tanja eine Schreibschule leitet, hätte ich mich eigentlich nicht wundern brauchen :-)]

Zu Beginn führte sie aus, dass das eigene Thema mit

  • der Erzählstimme,
  • biografischen Anknüpfungspunkten und
  • Lesevorlieben

zusammenhängt.

Anschließend gab es die erste Übung:

„Finde 10 Worte, die dein Leben charakterisieren.“

Danach hatten wir etwa fünf Minuten Zeit, um dazu intuitiv / automatisch zu schreiben.

„Fange mit einem der Worte an und verwende so viele davon, wie du möchtest – ganz egal.“

Diese Texte lasen wir uns in Zweierteams gegenseitig vor und tauschten uns kurz dazu aus. Einen „automatisch geschriebenen“ Text jemandem vorzulesen war für mich komplett neu, aber besser als gedacht. 😉

Jeder muss für sein eigenes Schreiben herausfinden, wie Inhalt, Form (Genre) und Erzählstimme zueinanderpassen.

Ein Satz, der sich bei mir festsetzte, war:

„Wir alle sind verletzlich und dadurch geeint.“

Als Beispiel für ein Schreibthema wurde Haruki Murakami genannt. Sein Thema: Die Wirklichkeit ist brüchig, die Figuren selbst konstruieren sie.

Es sei wichtig, die eigenen Stärken zu kennen, sagte Tanja. Auch die eigenen Erzählstärken als Autoren. (An der Stelle gab es die nächste Übung, nämlich genau diese Stärken mal zu suchen und aufzuschreiben. Gar nicht so einfach, da wir doch zumeist viel besser über unsere Schwächen Bescheid wissen!)

„Was zählt, ist die Beziehung zwischen dem Autor, seinem Stoff und seinem kreativen Alter Ego.“

Als Buchtipp gab es noch „The 90-Day Novel: Unlock the story within“ von Alan Watt. Hier gehe es um „eine andere Art zu plotten“.

Für eine weitere geplante Schreibübung blieb leider keine Zeit mehr: Noch einmal intuitiv schreiben zu der Frage: „Was macht dich wütend?“ Vielleicht führt Dich Deine Wut an Dein Schreibthema.

Das kann ja jeder für sich nochmal ausprobieren. Viel Spaß dabei!

Tanja hat inzwischen selbst einen ganz wunderbaren Artikel zum LitCamp veröffentlicht. Und auf diesen Seiten werden die Links zur Nachlese gesammelt, getrennt nach Samstag und Sonntag. Vielen Dank auch hierfür, liebe Suse! Ich freue mich sehr über das werdende Archiv und bin gespannt darauf, die Inhalte nachlesen zu können, die ich in natura verpasst habe.

Ein Gedanke zu „LitCamp (2): „Originäre Schreibthemen finden“

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