LitCamp (1): Ein literarischer Höhenflug. Und: „Die Schreibblockade“

Am vergangenen Wochenende gab es das erste „LitCamp“ in Heidelberg, ein Barcamp, das voll und ganz der Literatur gewidmet war. Für mich war ein ein literarischer Höhenflug. Natürlich nicht im Sinne vom Schreiben an sich – wobei selbst das teilweise vorkam -, sondern einfach die Begegnung mit so vielen Menschen, deren Herz für die Literatur schlägt und die auf die eine oder andere Art alle mit Literatur zu tun haben. Immer wieder über Literatur ins Gespräch kommen, unter Gleichgesinnten sein – es war mir ein Fest!

HeidelbergFreitag Abend ging es für einige los mit einem literarischen Spaziergang durch Heidelberg, den Claudia Schmid mit uns durchführte. An einigen Orten erzählte sie uns Wissenswertes zu dieser ersten UNESCO-Literaturstadt in Deutschland. Dabei ging es viel um Martin Luther und was ihn mit der Stadt verband, wobei Claudia netterweise auch ein wenig aus ihrem Roman „Die brennenden Lettern“ las. Für mich klang der Auszug sehr spannend und machte Lust auf mehr.Dank einer im Vorfeld organisierten und angebotenen Kinderbetreuung konnte ich an den beiden Haupttagen tatsächlich einige Sessions besuchen, während Mr. Son sich mit anderen Kindern vergnügen konnte. So hatten wir beide etwas davon. 🙂

Momentan bin ich noch dabei, meine Notizen des Wochenendes durchzugehen und in eine leserliche Form zu bringen. Hier aber schon mal meine Mitschrift [hauptsächlich in
Form von Stichpunkten und Halbsätzen 😉 ] von der ersten Session, die ich besuchte.

 

Schreibblockade – von Bettina Schnerr

Was können Ursachen im Umfeld sein?

– Unordnung auf dem Schreibtisch
– Spannungsfeld zwischen dem Privatleben und dem Schreiben (vor allem, wenn man im Home Office schreibt)
– im Home Office ist sehr schnell Ablenkung da und damit das Prokrastinieren eine ständige Versuchung

Bettina SchnerrWas kann man gegen eine Schreibblockade tun?

– einen Schreibplatz außerhalb der eigenen vier Wände ansteuern, zum Beispiel die Bibliothek (sowohl städtische als auch Unibibliotheken können sich eignen)
– selbst wenn man nur einmal pro Woche für ein paar Stunden konzentriert dort arbeitet, kann ein Buch daraus werden (Beispiel: Dana Grigorcea mit „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“)
– finde heraus, warum es nicht weiter geht
– klassische Ideenfindung kann helfen, ganz praktisch zum Beispiel das Anlegen einer Ideensammlung
→ Augen offen halten.

1. Szenen, die beeindruckt haben
2. eigene Texte, die man früher schon mal schrieb (kann man da was weiterentwickeln? Vielleicht sogar eine Serie draus machen?)
3. alte Texte überarbeiten. Noch aktuell? Ist ein Updaten möglich?
4. Zeitungsartikel, die dich inspirieren (Beispiel: „Zimmer frei in Nagasaki“ beruht auf einer Geschichte, die zuvor irgendwann in einer Zeitung veröffentlich worden war.)

 

Der Grund für eine Schreibblockade kann auch das genaue Gegenteil sein: ein Zuviel.

Zu viele Ideen im Kopf
Hier hilft: Das „zu viel“ aufschreiben. Was ist als Erstes dran? Klassisches Priorisieren.
(Zum Beispiel nach Deadlines oder nach der Frage, bei welchem Text noch Material fehlt.)

Und: das Unterbewusstsein arbeiten lassen.
→ Vorbereitung abends
„write as you sleep“
Vor dem Schlafen nochmal mit der schwierigen Stelle, an der man gerade festhängt, beschäftigen…

Wenn „kein Konzept“ das Problem ist:

– Material sortieren
– Schwerpunkte festlegen
– punktuell schreiben
– raus aus dem Thema (was anderes machen, z.B. einen Spaziergang)
– write as you sleep

Wissensfundus

– Recherche
– das Thema „sich selbst erzählen“ (klingt seltsam, aber über akustische Reize inspiriert man sich damit vielleicht wieder neu)
– auch hier kann das punktuelle Schreiben wieder helfen

Problem Perfektionismus

– erst schreiben, dann redigieren
– sich warm schreiben
– bei Wortfindungsschwierigkeiten oder noch zu vergebenden Namen: Markieren (z.B. „XXX“) und erstmal weiterschreiben

„Die Stimme, die ihr findet, ist die, die ihr jetzt richtig findet. Die jetzt passt.“ (Zitat Bettina Schnerr)

→ Soll heißen: Ärgere dich nicht, wenn du einen Text siehst, den Du vielleicht vor einem halben Jahr völlig in Ordnung fandest und jetzt am liebsten umschreiben würdest. Das geht den meisten immer wieder so.

„Die Schreibblockade“ ist gar nicht so schlimm.

– Ist eigentlich ein Überbegriff zu vielen kleinen Themen, die grad stören können.
→ „Mythos Schreibblockade“
→ Lieber auf den Kleinkram runterbrechen, der im Weg steht und die Teilbereiche klären, statt sich in eine „Schreibblockade“ hineinzusteigern.

Bettina selbst hat bereits angefangen, ihren Vortrag zu verbloggen, da könnt Ihr das Ganze ausführlich und natürlich wesentlich reifer formuliert nachlesen. Auch die gezeigten Folien stellte sie online bereit. Viel Spaß beim Lesen!

 

Und wie ist es mit euch?
Hattet Ihr schon mal eine Schreibblockade?

3 Gedanken zu „LitCamp (1): Ein literarischer Höhenflug. Und: „Die Schreibblockade“

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