Von Langeweile, Fußball und einer gerechten Strafe (Kurzgeschichte)

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Bildergeschichte

Mein Kind musste erstmals in seinem Leben einen Aufsatz schreiben zu einer Bildergeschichte. Inspiriert davon schrieb ich schrieb ich die Geschichte, wie ich sie mir vorstelle, einmal auf. Viel Spaß beim Lesen!

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Tom hat Langeweile.
„Mama, was kann ich denn machen?“, ruft er aus seinem Zimmer und hofft, dass Mama eine gute Idee hat. Aber Mama antwortet nicht.
„Mist!“, denkt er. Er geht in die Küche, da ist keine Mama. Auch nicht im Wohnzimmer. Als er im Schlafzimmer nachsieht, sieht er sie mit geschlossenen Augen auf dem Bett liegen. Er wundert sich ganz schön, es ist doch mitten am Tag!
Also kann Mama ihm wohl nicht helfen. Mist!
Plötzlich hat er eine gute Idee. Er rennt in den Flur und holt seinen Fußball aus dem Korb in der Garderobe. Fußball hat er wirklich schon lange nicht mehr gespielt!
Schnell die Schuhe angezogen und die Jacke geschnappt, schon steht Tom draußen auf dem Fußweg. Es ist schon ganz schön kühl für den September und der Wind will ihm fast die Jacke aus der Hand reißen. Tom klemmt sich den Ball zwischen die Füße und zieht sich die Jacke an, schließt den Reißverschluss. Er läuft zu der Wiese an der Ecke und fängt an zu kicken.
Mal mit dem Fuß, mal mit dem Knie, zwischendurch sogar mal mit dem Kopf.
Einmal, als Tom richtig weit nach oben schießen will, kommt ausgerechnet in dem Moment eine Windböe und trägt seinen Ball davon. Hinter Tom, der ihn nun nicht mehr sehen kann. Er hört einen dumpfen Laut und ahnt Böses. Da hört er auch schon lautes Schimpfen und dreht sich um, damit er sehen kann, woher das kommt.
Ein Mann steht da und sieht sehr wütend aus.
„Was fällt dir eigentlich ein?“, schimpft er, „Das hast du Rotzlöffel doch mit Absicht gemacht!“
Tom erschrickt. Das wollte er doch gar nicht!
„Es tut mir Leid, das war keine Absicht“, sagt er kleinlaut und guckt verschämt zu Boden.
Der fremde Mann schimpft weiter und Tom sieht aus dem Augenwinkel, wie sein Papa auf ihn zukommt. Der sieht gerade auch nicht glücklich aus.
Als er nah genug bei ihnen ist, fragt er den Mann: „Was ist denn hier passiert? Und warum schimpfen Sie so mit meinem Sohn?“
Der fremde Mann starrt Tom böse an und sagt dann ärgerlich zu Toms Papa: „Dieser Bengel hat mir mit Absicht seinen bescheuerten Ball an den Kopf geschossen! Haben Sie ihm denn keinen Benimm beigebracht?“
Tom guckt zu Papa. Der sieht sehr beschämt aus.
„Tom, du entschuldigst dich auf der Stelle bei diesem Herrn“, sagt er.
„Das wollte ich doch gar nicht! Und es tut mir Leid“, sagt Tom noch einmal zu dem Mann, der aber immer noch knallrot ist im Gesicht vor lauter Wut.
Der böse Mann denkt gar nicht daran, sich abzuregen, sondern meckert weiter:
„Auch noch Lügen! Dir werd’ ich’s zeigen!“ Er kommt bedrohlich nah an Tom heran.
Jetzt sieht auch der Papa langsam wütend aus.
Der Fremde sagt zu Papa: „An Ihrer Stelle würde ich dem Bengel mal gehörig den Hintern versohlen! Sie müssen doch was tun! Das können Sie ihm doch nicht ungestraft durchgehen lassen!“
Toms Papa sagt entrüstet: „Jetzt reicht’s mir aber!“ und schnappt sich den Ball, der unbeachtet neben die drei gerollt war. Er wirft dem bösen Mann den Ball an den Kopf und dreht sich zufrieden zu Tom um.
„Komm, wir gehen nach Hause“, sagt er und nimmt Tom an der Hand.
Tom guckt Papa verwundert an. Das hätte er ihm echt nicht zugetraut. Er trocknet seine Tränen und strahlt Papa an: „Dankeschön! Du bist der beste Papa von der ganzen Welt!“

 

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