[Rezension] So rot wie Blut

Lumikki wurde die Hauptperson dieses Romans von ihren Eltern genannt. Schneewittchen.
Ein Name, der ihre Identifikation in der Hinsicht prägt, dass sie in den verschiedensten Situationen an Märchen denkt, sei es ihr eigenes oder ein anderer der Klassiker.
Im Elternhaus in Riihimäki wurde zu vieles tot geschwiegen. Und obwohl Lumikki Andersson noch zur Schule geht, wohnt sie bereits allein. Sie hatte sich extra an der Kunstoberstufe beworben, um endlich von zuhause ausziehen zu können. Gemütlich einrichten wollte sie sich trotzdem nie in Tampere; Matratze, Schreibtisch, Stuhl und Laptop genügen ihr an persönlichen Gegenständen in den anderthalb Jahren, in denen sie bereits allein lebt. Nach dem Abi will sie noch weiter weg.
Ihre Kindheit war keine glückliche. Lumikki hat schon so einiges mitgemacht, erwarb sich dadurch aber auch einige Fertigkeiten, die kaum jemand hat. Sie kann Parfüm bereits von Weitem erkennen, kann nahezu verschwinden, wenn es sein muss. Unauffällig sein war zuweilen eine Fähigkeit, die ihr in brenzligen Situationen geholfen hat. Heute kann sie darauf zurückgreifen.
In der Schule hielt sie sich in der Gruppenfindungsphase aus allem raus und ist nun eine Einzelgängerin. Viel allein, aber darüber nicht unglücklich. Einfach anders als die anderen.

Am Sonntagabend, dem 28. Februar eines Schaltjahres, gibt Elisa spontan eine Party bei sich zuhause, weil ihre Eltern verreist sind. Während die meisten Teenies dem Alkohol frönen, machen Elisa und ihre Freunde Tuukka und Kaspar auch vor Drogen nicht Halt. Im Nachhinein wären sie lieber nüchtern gewesen, denn die 30.000 Euro, die sie plötzlich in einer Plastiktüte im verschneiten Garten finden, sind voll von Blut. In der Dunkelkammer des schuleigenen Fotolabors können sie das Geld zwar waschen und halbwegs trocknen – aber was nun?

Lumikki bekommt von der wortwörtlichen Geldwäsche etwas mit, während sie sich im Fotolabor aufhält – einem ihrer liebsten Rückzugsorte im alltäglichen Schultrubel – und wird in die ganze Geschichte mit hineingezogen. Kann Elisas Vater, ein Polizist, bei der Aufklärung des Falls helfen oder hat er gar selbst damit zu tun? Und wer genau ist den Jugendlichen da eigentlich auf den Fersen?

Innerhalb von 5 Tagen wird diese rasante Geschichte erzählt, die mich ziemlich in ihren Bann gezogen hat.

Besonders gefällt mir die Aufzählung einiger Songs, die Salla Simukka (geboren 1981 in Tampere, Finnland) beim Schreiben dieses Romans inspiriert haben. Und dass sie in ihren Danksagungen als erstes ihren Ehemann nennt. Schön! <3

„So rot wie Blut“ ist der erste Teil der „Schneewittchen-Trilogie“ und für junge Thriller-Liebhaber ab 14 Jahren geeignet. Der Nachfolger „So weiß wie Schnee“ erscheint im Frühjahr diesen Jahres.

Vielen Dank an den Arena-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Salla Simukka: „So rot wie Blut“, Arena Verlag 2014. Übersetzung aus dem Finnischen vom Elina Kritzokat. ISBN 978-3-401-60010-9

So rot wie Blut - Titel

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