Anders als Vorher

Kürzlich Las ich ein Interview, das ich sehr ermutigend fand. Es ist in der aktuellen Joyce abgedruckt. Geführt von Uta Rosa Ströbel mit Thea Eichholz, einer Musikerin. Vor ein paar Jahren war Theas Mann gestorben. Ihre Trauer prägte das Album „Breite deine Flügel aus“. Inzwischen gibt’s in Mannheim eine Patchwork-Familie und das neue Album „Anders als Vorher“ im Handel.

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Hier die Passagen, die mich beim Lesen am meisten bewegten. Und einige Gedanken dazu.

Rückblickend auf die Zeit nach dem Tod:

Sicher, am Anfang lebt man wirklich ein bisschen so wie in Watte gepackt. Aber ich habe in der Zeit viel Tagebuch geschrieben und das hol ich mir oft wieder hervor, um zu sehen: Was habe ich damals gedacht, wie habe ich mich weiterentwickelt?

Tagebuch schreiben. Genau! Und im Rückblick die Entwicklung nachvollziehen können. Kann ich nur empfehlen – sowohl in guten als auch in schweren Lebensphasen.

Trauernde können sich untereinander wohl am besten an die Hand nehmen.

Da ist was dran. Wenn bei dir selbst grad „alles im Lot“ ist und du im Leben bisher vielleicht kein Leid erfahren hast – oder jene Erfahrung nicht mehr so präsent ist -, wie willst du einem Trauernden dann helfen? Andererseits denke ich, dass Menschen, die einander sehr nah stehen (langjährige Freunde beispielsweise), einander in jeder Lebensphase eine große Hilfe sein können.
Und btw: Kann man den Grad einer Hilfe überhaupt messen? Ist das nicht immer subjektiv?

Wenn du mit Jesus lebst, hast du sicher auch manchmal Phasen voller Zweifel. Stimmt das denn, was ich da glaube? Hat es Hand und Fuß? Oder hat die Mehrheit recht und das ist alles Quatsch? Thea sagte dazu Folgendes, was die Thematik gut auf den Punkt bringt, wie ich finde:

Eine Freundin meinte neulich: Die ganze Sache mit Gott – entweder er existiert wirklich und alles geht zu ihm zurück – oder es war alles Einbildung, dann juckt mich das auch nicht, wenn ich tot bin.

Eine Lücke, die ein Mensch hinterlässt, ist niemals von einem anderen Menschen zu schließen.

Genau. Das macht die Erinnerung an Menschen so wertvoll. „Die Oma hätte jetzt das gesagt, der Vater jenes“ – wer kennt diese Art von Gedanken nicht?

Als ich dann mal bei einer Freundin in einem Gästezimmer übernachtete, das sich ein bisschen wie eine Kapelle anfühlt, ein weißer Raum mit hohen Decken, da bin ich eines Morgens sehr früh aufgewacht und dachte: Hier ist so viel Platz, so viel Luft, ich kann atmen. Genau das wünsche ich mir auch innerlich, dass nicht alle Zimmer zugestellt sind. Platz zum Denken, zum Beten, Platz für Gottes Ideen. Das hat mich inspiriert.

Diese Sätze erinnern mich an zweierlei. An die Stille-Tage im Bethesda-Gästehaus in Wuppertal. Dort gibt es eine kleine Kapelle, die zwar nicht groß und hell, dafür aber sehr gemütlich und zur Stille einladend ist. Innerlich loslassen, freiwerden… Hin und wieder diese Freiheit empfinden, tut der Seele mehr als gut.
Zum zweiten an ein Lied von Johannes Falk. „Weit auf“ heißt der Titel.

Die Verse [Jesaja 43,18-19] haben mich über Jahre begleitet und nach und nach habe ich erspürt, dass meine Wüste nicht ewig ist, dass Gott wieder etwas fließen und wachsen lassen kann und will.

Ebendiese Verse begegneten mir auch vor einiger Zeit und fallen mir seitdem immer wieder besonders auf. Einfach mal nachlesen, sind sehr genial!

Wenn einen mal wieder der Gedanke antreibt, alles perfekt machen zu wollen, kann das hier eine gute Hilfe sein:

Es tut gut, sich dann immer wieder bewusst machen zu dürfen: Was ich hier tue, ist nur ein Pups im Wind, es ist nicht der Nabel der Welt! Und letztendlich – was ist denn das Schlimmste, was passieren kann? Das hat schon meine Oma immer meiner Mutter gesagt, und ich sage es meinen Kindern: „Schau an, wovor du Angst hast – so schlimm kann es nicht kommen, und wenn doch, dann ist da immer noch Gott.“

Während der Schule, vor allem in der Abizeit, hab ich mich mit diesen Gedanken / Worst-Case-Szenarien oft beruhigt und den Druck raus genommen. Schlimmstenfalls kann dies das Ergebnis sein (00 Punkte zum Beispiel). Dann wäre der Durchschnitt am Ende ungefähr dieser… Na also…
Das hilft sehr! Einfach mal ausprobieren!

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