Das letzte Wort hat die Liebe

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Zugegeben, den Untertitel „Über Himmel und Hölle und das Schicksal jedes Menschen, der je gelebt hat“ fand ich abschreckend. Aber: Das Lesen hat sich definitiv gelohnt!

Autor: Rob Bell (Gründer und Pastor bei Mars Hill in Grand Rapids, Michigan, USA)
dt. Veröffentlichung 2011 im Brunnen Verlag Gießen

Seit einiger Zeit auf der Suche nach einem nicht nur theoretischen, sondern auch emotionalen Verständnis von Gottes Liebe sprang mich der Buchtitel direkt an. Zudem Rob Bell predigen gehört, was in keinster Weise langweilig war, sondern anschaulich, verständlich und sehr kreativ UND neugierig geworden auf das Buch durch einen eher negativen Artikel in einem christlichen Magazin, der etwa zeitgleich mit dem Buch erschien. Wenn Christen anfangen, sich die Köpfe heiß zu reden…

Was ich sehr gut finde: Bell räumt auf mit den Begriffen „Himmel“ und „Hölle“, beziehungsweise unserer Vorstellung davon. Er guckt in die Bibel, prüft in den Sprachen; zeigt auf, dass die Menschen, zu denen Jesus damals redete, eine konkrete Vorstellung hatten. Nicht so ein nebulöses Irgendwo in irgendeinem Jenseits. Nach seinen Ausführungen ist auch klar, warum Bell diese Begriffe tatsächlich nutzt. Stehen lässt.

Was kurz nach der Lektüre vor Allem bei mir hängen geblieben ist:

Jesus ist das Zentrum von Welt und Geschichte, ist Gottes Geheimnis. Und dieses Geheimnis zeigt sich überall auf der Welt. Ganz unabhängig davon, ob Jesus namentlich genannt wird.
Er ist kein Kennzeichen für Gruppenzugehörigkeit; lässt sich in kein religiöses Schema pressen.

„Hölle ist unsere Weigerung, Gottes Neuerzählung unserer Geschichte zu vertrauen.“ (Seite 170)

Gott erzählt jedem:

Du bist wertvoll.
Du bist bedingungslos geliebt.
Dir ist vergeben in Jesus,
Du bist befreit, schön und rein.

Glaube ich das? Oder glaube ich meiner eigenen Version meiner Geschichte, die mir immer wieder zeigt, wie schlecht ich doch bin und dass ich so eine Liebe gar nicht verdient habe?
Habe ich nicht, das stimmt. Gottes Gnade ist es, die mir diese Liebe trotz allem immer wieder schenkt.

Und ein weiteres, in meinen Augen sehr gutes Bild, das Bell verwendet, ist:
Das Evangelium ist keine Eintrittskarte zur Party, sondern das fröhliche Mitfeiern.
Feiernd leben im Hier und Jetzt.
Das will ich.

Ein absolut empfehlenswertes Buch.

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