Liebe. Und was wir so nennen.

Liebe – die von Menschen so genannte – ist oft eine Mogelpackung. Sie tritt in unzähligen Variationen auf.

  • Sie „liebt“ ihn. Vergöttert ihn. Rennt ihm hinterher, macht sich selbst klein, passt sich an. Hält ihr Eifern für Liebe.
  • Er „liebt“ sie, heiratet sie. Sie bauen ein Haus, gründen eine Familie. Und doch betrügt er sie immer wieder.
  • Er „liebt“ ihn, sieht in ihm ein Vorbild. So männlich, entschlossen und zielorientiert. Wird selbst immer weicher, spielt seine Rolle.
  • „Liebe machen“ als Synonym für Sex. Obwohl Liebe weitaus mehr ist!

Die „sie“s und „er“s können natürlich auch in komplett anderen Kombinationen auftauchen, versteht mich nicht falsch. Es handelt sich hier nur um ein paar Beispiele, um zu zeigen, was ich meine.

Die beste mir bekannte Definition von Liebe findet sich in der Bibel. Bei Hochzeiten wird sie gern zitiert:

„Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf…“ (1. Korinther 13,4-8a. Übersetzung: Luther)

In einer moderneren Übersetzung klingt das Ganze wie folgt:

„Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe ist immer bereit zu verzeihen, stets vertraut sie, sie verliert nie die Hoffnung und hält durch bis zum Ende. Die Liebe wird niemals vergehen.“ (gleiche Stelle in der „Hoffnung für alle“)

Das also ist Liebe? Wie soll ich dann jemals lieben können?

Liebe – die Gott meint und die Er selbst zu sein behauptet – gibt es in dieser reinen Form nur von Ihm. Er liebt auf diese Weise, mag jedes seiner Kinder ganz besonders gern. Uns Menschen! Verdient haben wir das sicher nicht, aber darum geht es Ihm zum Glück auch nicht.

Von dieser Liebe will ich mehr! Keine falschen Mogelpackungen, auf die schnell noch „Liebe“ geschrieben wird, damit der Beschenkte sie gern öffnet. Sondern die wirkliche, echte Liebe.

Ein Zitat, das mich kürzlich förmlich ansprang, passt sehr gut zu diesen Gedanken. Damit möchte ich abschließen:

„Falschheit tritt in unzähligen Kombinationen auf,
aber die Wahrheit hat nur einen Seinszustand.“
(Jean-Jacques Rousseau)

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