Erstmals mit Kind ins Konzert

Nun waren wir also im Konzert. Der Tag war darauf ausgerichtet durch geplant (die Vorgeschichte findet Ihr hier) – Zeit für einen ausgiebigen Mittagsschlaf einkalkuliert. Der wurde zum Glück auch gemacht, wenn auch etwas widerwillig. Aber es wurden zwei ruhige Stunden in unseren vier Wänden.

Aufregend war es schon auf dem Hinweg:
„Mama, wohin müssen wir? Woher weißt du das?“

Als wir das richtige Gebäude erreicht hatten, hieß es zunächst Karte abholen, dann Jacken los werden und für das Kind dann: alles erkunden. „Mama, hier ist ein Kinderzimmer!“ (Wir befanden uns in einem kirchlichen Gebäude.) „Können wir da mal rein gehen?“
Irgendwann später entdeckte er sogar noch ein zweites Kinderzimmer! Vermutlich wäre er am liebsten gleich da eingezogen.

Irgendwann saßen wir also auf Plätzen. Ganz vorne, mit gutem Blick

auf das Bühnengeschehen. Wo erstmal noch nichts zu sehen war außer brennenden Kerzen, anderweitiger Deko und… den Instrumenten!

„Mama, steh mal auf. Komm mal mit. Ich zeig dir mal was! Da ist das, wo der immer SO macht!“ (Bewegung dazu: Imitieren des Cello-Streichens.) Aufregung pur für das kleine Kinderherz.

Auch während des Konzerts gab es einen regen Kind-an-Mutter-Austausch. Wobei er, sobald es los ging, stocksteif dasaß und beobachtete. Und zuhörte. Die Kommentare waren Sogar fast immer geflüstert:

„Mama, der macht gar nicht SO!“ (Ja, man kann auch auf dem Cello zupfen. Ist das in dem Fall der richtige Ausdruck?“ “ Der soll mal SO machen!“ (Tat er später auch.)

Einer der Musiker verließ ab und an die Bühne, was natürlich auch genauestens verfolgt wurde: „Warum geht der denn runter? Der macht eine Pause, ne? Aber beim nächsten Mal ist er wieder dabei!“

Beim zweiten Mal: „Schon wieder! Der von dem Schlagzeug ist schon wieder weg!“

Als „Alles Gute zum Alltag begann“, strahlte mich jemand mit großen Augen an. Ich war ganz begeistert.

Auf ein anderes Lied musste er länger warten. Als Samuel ankündigte, dass so langsam die letzten Lieder kämen, hörte ich in etwa Folgendes: „Das mit dem ‚Stunde um Stunde‘ war noch gar nicht! Jetzt kommt noch ein Lied und dann ist das vorbei, ne? Aber das soll noch ganz lange gehen!“

Aber auch das letzte Lied war nicht das gewünschte. Die drei verließen die Bühne, Mr Son sah ihnen nach. „Wohin gehen die?“

Der Applaus hielt an und wurde langsam einstimmig rhythmisch und ich erklärte meinem Kind: „Du kannst ja mal mit klatschen. Wenn man lange klatscht, kommt die Band vielleicht noch mal auf die Bühne.“

Und so war es auch. Als das Lied – das war dann „Das Privileg zu sein“ – endete, die Musiker wieder die Bühne verlassen hatten und das Publikum erneut klatschte, vermutete er:
„Und wenn wir nochmal ganz lange klatschen, vielleicht kommt dann noch ein Lied!“

Das war aber nicht der Fall. Die Lichter gingen an, das Publikum verließ den Saal und ich wollte noch nach CDs sehen. Mr Son suchte mit nach dem Stand. Und nach…:
„Wo sind die Liedmacher? Ach, da sind sie ja! Aber nur zwei! Wo ist denn der andere?“

Die Rückfahrt brachte noch ein paar schöne Beobachtungen mit sich; einzelne Sterne wurden entdeckt, Sätze wie „Wir machen eine Mondfahrt! …eine Nachtfahrt! …eine Sternfahrt!“ verließen staunend den Kindermund.

Und heute früh, am zweiten Morgen nach dem Konzerterlebnis, begrüßte mein Kind mich mit „Mama, ich habe geträumt, dass wir wieder zu dem Konzert fahren!“

Es hat ihm wohl gefallen.

Im Nachhinein als goldrichtig erwiesen haben sich sowohl der Mittagsschlaf vor und das lange ausschlafen können nach dem Konzert. Und: ein Konzert, bei dem die Zuhörer sitzen, ist auch nicht verkehrt für Vierjährige. Die Pause zwischendrin (nach einer knappen Stunde) war für die Ausdauer und Konzentration ebenfalls perfekt platziert. Rundum gelungen also.

Mal sehen, wann das nächste Samuel Harfst- Konzert in der Nähe ist.

Ein Gedanke zu „Erstmals mit Kind ins Konzert

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