Burgleben

Seit drei ganzen Tagen und einem nicht ganz halben weiß ich nicht, ob ich mich auf Dauer an so ein Burgleben gewöhnen könnte. Wenn ich müsste, sicherlich, aber da das sicher nicht so schnell der Fall sein wird…

Jeden Tag auf dem Burghof stehen und den wunderschönen Ausblick geniessen wird recht schnell langweilig. So richtig Mittelalter-Feeling mag nicht recht aufkommen, was aber auch kein Wunder ist. Zweibettzimmer mit eigenem kleinen Bad in der Jugendherberge, iPad dabei und W-LAN, wenn man sich günstig positioniert zwischen den dicken Mauern…

Ich merke, dass ich es wirklich schätze, in wenigen Minuten virtuell von hier nach dort zu reisen anstatt lange Tagesreisen zu Pferde oder gar Woche lange Reisen zu Fuss damit zubringen zu müssen. Oder aber, man Stelle sich nur mal vor…, man würde nie im Leben auch nur etwas erfahren von dem, was in Timbuktu, Sri Lanka oder Washington vor sich geht. Oder nicht mal von anderen Kontinenten wissen… Immer nur die eigene kleine Welt in den schützenden Mauern.

Die Abendgestaltung ist auch ein wenig eintönig auf Dauer. Sobald die Kinder schlafen, treffen sich alle noch munteren Elternteile im Rittersaal und plaudern über dies und das. Schön ist es – mal was Anderes -, auch wenn die Gespräche nicht sonderlich tief gehen in grosser Runde.

Mir ist es jetzt nicht mehr schleierhaft, warum damals die Gemeinschaft, Musik oder auch allerlei Handarbeiten viel mehr gewertschaetzt wurden. Wenn die Hände etwas zu tun haben, können die Gedanken leichter schweifen…

Bergfest also, bevor es den Weg in die komplette Neuzeit wieder anzutreten gilt. Bislang sehr schön, viel mehr an der frischen Luft als sonst, glücklicherweise nur nahezu abgeschnitten von der Aussenwelt, geniesse ich die Tage, nähe per Hand so vor mich hin und unterhalte mich mit mir zuvor unbekannten Menschen ueber alles Moegliche.

Dann gute Nacht!

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