90 Minuten im Himmel – von Don Piper

Don Piper. 90 Minuten im Himmel.Da hat jemand einen Autounfall. Das stelle man sich mal vor. Einen richtig bösen. Am Ende einer zweispurigen Brücke, der LKW von der Gegenspur kommt plötzlich rüber, der PKW landet drunter. Die eintreffenden Sanis können nur noch den Tod des Autofahrers feststellen.

Und der ist im Himmel. Wird dort begrüßt von wahnsinnig vielen Menschen, die in seinem Leben Bedeutung hatten. Alle sind glücklich ihn zu sehen und loben Gott. Was genau er da wahrnimmt – in diesen „90 Minuten im Himmel“ -, versucht der Autor zu Beginn seines Erlebnisberichtes in Worte zu fassen. Dass das nur sehr unzureichend gelingen kann, dessen ist er sich bewusst.

„Ich kann mir noch immer nicht ganz erklären, wie, aber die Freude, die an diesem Ort herrschte, löschte alle Fragen aus. Alles war ganz und gar unbeschwert und vollkommen.“ (Don Piper, 90 Minuten im Himmel, Seite 23)

Aber Don Piper darf nicht im Himmel bleiben. Nach 90 Minuten ist er plötzlich wieder zurück im Leben.

An der Unfallstelle kam ein Pastor mit seiner Frau nicht weiter, weil die Straße gesperrt war. Sie gingen nach vorn, wollten wissen, was los war. Dieser Pastor sah das abgedeckte Auto, hörte von den Sanitätern, dass der Fahrer leider verstorben sei und hatte dennoch den starken inneren Drang, für eben diesen Fahrer zu beten. Irgendwann fing er auch an zu singen. Bei „What a friend we have in Jesus“ stimmte der Autofahrer plötzlich ein.

Klingt abgefahren? Ja!

Das ganze Buch bringt immer wieder Erlebnisse mit Wundern, die der Autor Don Piper nach dieser Geschichte noch erlebte. Die 90 Minuten allein sind ja schon der Hammer. Aber die Rückkehr ins Leben genauso!

Anfangs beim Lesen (während der ersten Kapitel, die die Zeit im Himmel beschreiben) dachte ich immer mal wieder, ‚jetzt lege ich das Buch gleich zur Seite‘. Ich fand es irgendwie schwer auszuhalten. Aber ich blieb doch am Ball.

Nach diesem harten Anfang geht es für den Autor zurück in die Realität. In eine äußerst frustrierende. Jahrelange Schmerzen, immer wieder Operationen, monatelanger Krankenhausaufenthalt…. Er hadert oft mit seinem Schicksal. Wozu bekam er einen Vorgeschmack auf den Himmel und muss das alles jetzt erdulden? Sehr verständlich, dass man sich da wünscht, man hätte direkt bleiben können statt zurück zu müssen. Wem ginge es da anders?

„Ich wünschte mir, ich könnte mein jammervolles Dasein einfach hinter mir lassen und sterben. Ganz offensichtlich fühlte ich mich nicht imstande, die ganze Situation auf Dauer zu ertragen. Ich weiß heute, dass ich damit ein klassischer Fall von Depression war.“ (Don Piper, 90 Minuten im Himmel, Seite 80)

Aus Angst, für verrückt gehalten zu werden, spricht der Autor anfangs überhaupt nicht über diese 90 besonderen Minuten. (Auch hier: Wen wundert’s?)

Doch irgendwann traut er sich. Zunächst unter vier Augen. Der Freund, dem er sich anvertraut, ermutigt ihn. Nicht nur das. Don wird regelrecht aufgefordert, in nächster Zeit noch wenigstens zwei Menschen von seinem Erlebnis zu erzählen und zu prüfen, wie sie darauf reagieren. Seltsamerweise hält niemand Don für verrückt.

Mit den Jahren findet sich also ein Sinn in all diesem Erleben: Dons Geschichte macht immer wieder vielen Menschen Mut und schenkt zahlreichen Trauernden Trost. Inzwischen wird er oft als „Botschafter der Hoffnung“ bezeichnet, was ich nach dieser Lektüre sehr gut nachvollziehen kann. In dem Buch kann man seinen langen Weg zurück ins Leben nachlesen. Eine Leseprobe findest Du hier.

„Auch wenn ich auf viele meiner Fragen keine erschöpfenden Antworten finden konnte, habe ich doch Frieden im Herzen.“ (Don Piper, 90 Minuten im Himmel, Seite 217)

Kommentierfrage: Hast Du schon mal etwas erlebt, was Du lieber niemandem erzählen wolltest, weil man Dich vielleicht für verrückt halten könnte?

Mir lag folgendes Buch vor:
Don Piper und Cecil Murphey: „90 Minuten im Himmel – Erfahrungen zwischen Leben und Tod“, Gerth Medien 2007, 14. Auflage 2010. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Jens Uhder. 218 Seiten. ISBN 978-3-86591-145-2. Diese Ausgabe ist zwar vergriffen, aber das Buch ist beim Verlag als eBook und als MP3-Hörbuch erhältlich. Eine neue Hardcoverausgabe (ISBN: 9783957342355) soll im Juni 2017 erscheinen.

Danke! Oder: Was bei Blogmüdigkeit helfen kann.

Hallo Ihr Lieben,

seit dem letzten Blogpost ist eine ganze Weile vergangen und das ist wohl ganz gut so. Anscheinend war er einigermaßen verstörend. 😉 So lautete ein Kommentar:

Wobei ich natürlich immer ehrlich schreibe im Blog. Nicht, dass das jemand falsch versteht! 😉

Jedenfalls ist es an der Zeit, dass ich einmal Danke sage.

Warum?

Weil es „in meiner kleinen Filterblase“ auf Twitter hervorragende Reaktionen gab! Verständnis, mit dem ich in dem Maße gar nicht gerechnet habe. Und den einen oder anderen Tipp, der mir sehr gut geholfen hat. Jetzt also einerseits das „DANKE“ an die lieben Helfer und andererseits ein Zusammenfassen der Tipps zum Immer-wieder-nachlesen für mich. Zum Beispiel ging es in diesem „Gespräch“ so weiter:

  • Solche Einträge sind erfrischend.
  • Durch Einblick in die Bloggerszene verstehe ich, was du meinst.
  • Mein Rat: Mach dich nicht abhängig – weder von Lesern oder Geld – und behalte die Freude an der Sache.

Kann man so stehen lassen. Vielen Dank für Deinen Rat, liebe @ps1034!

@SabrinaSamu ließ vernehmen, dass es ihr mit dem Bloggen manchmal ähnlich geht. Warum sie dennoch bei der Sache bleibt, hat zwei Gründe.

  1. Ihre Liebe zum Schreiben.
  2. Den Drang, hin und wieder die eigene(n) Meinung und Gedanken zu teilen.

In ihrem Tweet dazu kam „vielleicht nicht regelmäßig“ vor. Hach!!! Sich nicht von irgendwelchen Blogplanern oder sogenannten Profitipps stressen zu lassen, wird mehr und mehr zur Kunst, scheint mir.

Auch Verena von den „Textkritzeleien“ hatte einen hervorragenden Tipp parat:

Auf meinen Einwand, dass ich gerade gefühlt mehr Pausen als alles andere mache, schrieb Verena mir, wie sie das Ganze angeht:

  • Lieber nur einen Blogpost pro Monat planen.

Damit habe sie gute Erfahrungen gemacht.

Edda Klepp, deren werte Bekanntschaft ich auf der Buchmesse machen durfte, schrieb:

Dazu schrieb sie, sobald das Bloggen in Stress ausarte und unzufrieden mache, laufe etwas verkehrt. Sie hatte sich selbst ausführlich mit der Bloggerei und den damit teilweise verbundenen Ansprüchen auseinandergesetzt und mir netterweise den Link zu dem Artikel geschickt. Hier könnt ihr ihn nachlesen.

Als ich mich nun noch einmal auf die Suche nach diesen ermutigenden Tweets aus dem Dezember machte, entdeckte ich, dass @ps1034 gerade am Tag zuvor diesen Stern-Artikel geteilt hatte. Da ist von Blogger-Burnout zu lesen, was natürlich keiner will. Für mich bleibt der Blog mein Hobby. Nicht einmal das einzige.

Blogmüdigkeit, bloggen, planenDeshalb nehme ich mir die Freiheit, immer wieder Pausen zu machen. Wann es den nächsten „normalen“ Artikel gibt? Ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung! Die Zeit wird knapper in den kommenden Wochen / Monaten. Aber zumindest stieg in den letzten Wochen die Lust aufs Bloggen wieder ein bisschen. Ich lasse mich überraschen, wann es mich wieder überkommt. 🙂

Bis dahin seid lieb gegrüßt und lasst es euch gut gehen!

… ein bisschen blogmüde…

Momentan bin ich ein bisschen blogmüde. Vielleicht habt ihr es ja schon gemerkt. Kaum Artikel – vermutlich ist das ein erstes Anzeichen. „Wie kommt’s?“ Keine Ahnung. Einfach so, würde ich sagen. Ein typischer Fall von „ich weiß es nicht“, wäre ich mein Kind.

Eine Leseflaute gibt es nicht momentan und es gab so einige Bücher in letzter Zeit, die mir gefallen haben. Aber mich aufraffen und darüber auch noch schreiben? Dazu nahm ich mir nicht die Zeit. Der Elan fehlte dafür oder wurde anderweitig aufgebraucht. Haushalt, Kind, Hausaufgaben, Eltern-Termine in der Schule…

Vielleicht schickt auch einfach das Jahresende und damit das herannahende Ende meiner Auszeit seine Schatten voraus? Wer weiß… Weihnachten kommt mit großen Schritten und Geschenke wollen ausgedacht, gewünscht, eingekauft und verpackt werden. Dann lagen wir hier eine Woche flach mit Fieber und fetten Erkältungen – das steckt mir noch ein bisschen in den Knochen.

Ich freue mich auf Weihnachten und die Zeit in der Heimat, so ist es nicht! Ich freu mich sogar sehr darauf! Fast alle Geschwister werden da sein, das wird sicher eine schöne Zeit!

Andererseits weiß ich, dass ich eigentlich wenigstens bis Jahresende unsere Dankeskarten verschickt haben wollte. Die Hochzeit ist nun fast vier Monate her! Immerhin haben wir es irgendwann geschafft, Bilder auszusuchen, einen Text zu verfassen und das Ganze zu ordern. Die gedruckte Probekarte war okay, also bestellten wir alle. Und die warten hier nun noch immer auf eine größere Schreib-, Falt-, Eintüt-, Wachs- und Versandaktion. Schlechtes Gewissen im Hinterkopf ohne Ende…

Am liebsten würde ich sagen, „im neuen Jahr wird alles besser“. Aber wer weiß schon, was uns im neuen Jahr tatsächlich erwartet? Wenn alles laut Plan läuft, hab ich demnächst nicht mehr so viel Zeit zum Lesen und Schreiben.

Aber vermutlich ist es nicht unbedingt einmal das Lesen und Schreiben, was mich so blogmüde macht. Im Hintergrund ist schließlich auch immer irgendetwas zu tun – die schöne technische Seite. Auch da gibt es auf der To-Do-Liste im Kopf so einiges, was mal zu erledigen wäre. Und damit einher geht immer dieses gewisse Gefühl von Unzulänglichkeit. Mir fehlt das Hintergrundwissen, ich sollte lieber mal, etc., etc..

Das Ganze klingt jetzt nach einem ganz schönen Jammern, oder? Tut mir Leid. Ich wollte es einfach nur mal loswerden, weil ich inzwischen hin und wieder überlege, ob ich den Blog nicht einfach mal einstampfe. Seit sechs Jahren schreibe ich – mal mehr, mal weniger – und bin momentan einfach nur genervt von so Vielem, was mit der Bloggerei einhergeht. Dann kommt eben die Frage nach dem „Wozu“ auf.

Und bevor ich vielleicht tatsächlich irgendwann einfach einen Strich drunter mache, wollte ich mir dieses Thema zumindest mal von der Seele schreiben.

Nein, ich werde jetzt nicht nach schönen, gefälligen, passenden Bildern suchen, diese bearbeiten und mit in den Post einfügen. Ich hau das jetzt einfach so raus. Der Text mag grottig sein, so rausgekotzt ohne liegen lassen und überarbeiten, aber das ist das jetzt einfach mal so.

Aber schöne Weihnachten wünsche ich euch noch! Wo auch immer ihr seid, wie auch immer es euch geht. Ich wünsche euch Frieden und ein paar Momente Besinnlichkeit und Menschen um euch herum, die euch gut tun.

Kommt gut ins neue Jahr!

Wie ich den NaNoWriMo dieses Jahr in den Sand setzte.

Eins vorweg: Nein, ich will nicht jammern. Und ich will auch kein Mitleid. Ich möchte einfach nur sagen, dass ich für diesen November raus bin aus der Nummer.

Als ich merkte, dass das bisschen Plot, was ich am Monatsanfang noch zustande gebracht hatte, mich nicht zu den 50000 Worten tragen würde, wurde es schleppend. Zwischendurch kamen zwar neue Ideen, aber alle hätten viel Zeit für Recherche erfordert. Die hatte ich nicht.

Also fing ich irgendwann an zu schummeln. Schrieb Texte in Scrivener, die mit dem Romantext null zu tun hatten und zählte deren Worte trotzdem mit. Oder die nur am Rande damit zu tun hatten. Ich nahm ein Schreiblehrbuch zur Hand und begann, darin zu lesen und ein paar Aufgaben darin zu bearbeiten. Natürlich zum aktuellen Projekt, aber natürlich war das kein Prosatext, sondern fiel eher unter die Rubrik „ich schreibe mich an mein Thema heran“. Genauso gut hätte ich mit der Schneeflocken-Methode arbeiten und die daraus gewonnenen Worte zählen können.

Zeitgleich wuchs unter dem selbst auferlegten Zwang, nur das Schreiben kreativ zu nutzen, die Sehnsucht, endlich mal wieder etwas anderes zu machen. Art Journaling oder mehr „Buntes“ im Bullet Journal oder zur Not mal wieder was zu stricken. Nicht unbedingt förderlich.

Zeit zum LesenAm Ende hatten es ganze 3974 Wörter ins Manuskript hinein geschafft, die eigentlich nichts darin verloren hatten. Ich war enttäuscht von mir selbst und frustriert. Als dann plötzlich unerwarteter Terminstress dazukam, spukte der Gedanke ans Aufgeben immer öfter in meinem Kopf herum und am 19. Tag traute ich mich tatsächlich. Ich gab zu, dass ich einfach aufgeben würde. Was für eine Erleichterung! Zumindest konnte ich nun wieder ein wenig Lesen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Das war natürlich nicht das, was ich im Sinn hatte, als ich Ende Oktober dachte, ich probiere es wieder. Im letzten Jahr lief der NaNoWriMo gut für mich, obwohl ich die komplette erste Woche nicht wirklich zum Schreiben kam. Weshalb also sollte es dieses Jahr nicht klappen? Nun ja.

Ich freu mich über alle Teilnehmer, die ebenfalls ans Aufhören denken, aber es nicht umsetzen. Macht weiter und verliert nicht den Spaß an der Sache! Und falls Ihr Euch auch mit Gedanken ans Aufgeben plagt, dann schaut doch mal dieses Video von Jennifer Jäger an. Sie hat sich entschieden durchzuhalten.

Das Romanprojekt an sich gebe ich natürlich nicht auf – dafür hat es mir im letzten Jahr zu viel Spaß gemacht, daran zu schreiben. Jetzt heißt es, das Ganze erstmal ein bisschen liegen lassen und vielleicht im Januar nochmal etwas strukturierter an das Ganze gehen…

Ich lebe noch. Oder: „Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben“

Ja, seit der Buchmesse und meinen letzten Blogartikeln verging gefühlt eine Menge Zeit. Das Jahr neigt sich dem Ende, der erste Schnee fiel bereits, blieb zum Glück aber noch nicht liegen. Im Moment schneit es schon wieder. Richtig dicke Flocken. Ich sehe sie von meinem Platz auf dem Sofa, wo ich gerade schreibe, sobald ich den Kopf ein wenig nach links drehe und aus dem Fenster schaue.

Ende Oktober wollte ich mich eigentlich auf den NaNoWriMo vorbereiten. Natürlich – wie immer – viel zu spät, aber zumindest nicht erst zwei Tage vorher, wie es sonst meistens war. Es ist für mich das vierte Jahr, in dem ich an diesem unfassbar spannenden Schreibprojekt teilnehme, bei dem Menschen auf der ganzen Welt versuchen, von null auf 50.000 Worte zu kommen, während sie ihren „schmutzigen ersten Entwurf“ eines Romans schreiben. Diese Anzahl an Worten in 30 Tagen zu schaffen, bedeutet, jeden Tag ca. 1700 Worte zu schreiben. Vorausgesetzt, man kann tatsächlich an jedem der 30 Tage schreiben, was allein schon eine Herausforderung ist. Wenn noch Termine dazukommen, die man nicht absagen kann, wird es irgendwann eng.

Ich wollte mich also vorbereiten. (Indem ich das im letzten November Geschriebene in Ruhe durchlese und auswerte hinsichtlich der erschriebenen Infos zu Charakteren, Handlungsorten und der zeitlichen Abfolge.) Was passierte? Ich wurde krank und lag mit Fieber im Bett. Bravo!

Als es gesundheitlich wieder ging, hatte der November schon begonnen und ich war noch nicht mal mit diesem auswertenden Lesen fertig, geschweige denn hätte ich mir Gedanken machen können, wie es weiter gehen könnte mit der Geschichte. Also gingen die ersten Tage hauptsächlich dafür drauf und ich begann erst am dritten November so richtig mit dem Schreiben. (Im vergangenen Jahr hatten wir in der Ferienwoche Urlaub und ich fing noch später „so richtig“ an, daher habe ich noch Hoffnung für dieses Jahr.)

16-11-11_statistik_tag_11Eine Woche mit Schreibtagen liegt jetzt hinter mir und so langsam kommt wieder Gewohnheit rein. So einen richtig festen Rhythmus gibt es zwar noch nicht, aber zumindest die 1600 Worte schaffte ich bisher, außer am Wochenende. Um mir die weiteren Wochenenden schreibfrei halten zu können, müssten es fast 3000 Worte pro Wochentag sein, was bisher aber nicht funktionierte.

Warum erzähle ich Euch das Ganze? Nun, vor allem, damit Ihr Euch nicht wundert, dass es hier (schon wieder) nicht viel Neues zu lesen gibt. Denn zum Lesen komme ich neben dem Schreiben nicht auch noch. Wenn, dann eher zu Recherchezwecken und kaum zum Vergnügen.

Ein Buch möchte ich dennoch gern empfehlen – vor allem Leuten, die gerne Bücher über das Schreiben lesen. Ich las es Ende Oktober, nachdem ich es nach langer Suche irgendwann antiquarisch gefunden hatte:

„Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben“

vomabenteuereinenromanzuschreibenvon Titus Müller. Die gebundene Ausgabe aus der „Textmanufaktur“ von 2010 gibt es nur hin und wieder gebraucht zu erwerben. Dafür gibt es inzwischen ein überarbeitetes Taschenbuch, was man seit 2015 erwerben kann (ISBN: 978-3737527347).

Ich fand viele tolle Zitate von recht erfolgreichen Autoren, die zeigen, dass alle nur mit Wasser kochen. Dass selbst Autoren, die schon einige Romane veröffentlicht haben, sich morgens manchmal zwingen müssen, sich überhaupt erst an den Schreibtisch zu setzen, bevor sie anfangen zu schreiben. Ich fand das sehr ermutigend. Einige Fragen zum Handwerk des Schreibens werden angerissen, bei einem so dünnen Buch kann es natürlich kein ausführliches Handbuch sein. Persönlich nahm ich mir vor allem daraus mit, dass die Figurenentwicklung eines der wichtigsten Themen ist, wenn man einen Roman anfängt zu planen. Die hab ich bisher sehr vernachlässigt, werde also auch nach dem November definitiv weitere Hausaufgaben haben. Es gibt im Buch außerdem Interviews mit Rebecca Gablé, Andreas Eschbach und Kai Meyer. Dass Autoren sehr unterschiedlich arbeiten, war mir schon vor dem Lesen klar, aber diese Interviews lieferten dafür sehr gute Beispiele.

Für den NaNoWriMo fand ich diesen Satz sehr passend:

„Ich erwarte von der ersten Fassung keine Perfektion. Ihr einziger Sinn ist es, dass ich mir wie ein Töpfer einen Klumpen Ton auf die Drehscheibe klatsche.“ (S. 20 in der gebundenen Ausgabe. ISBN: 978-3942247009)

Also: Ein fröhliches Schreiben allen Teilnehmern und falls Ihr Zweifel habt und ein bisschen Zuspruch gebrauchen könnt, schnappt Euch das Buch! In der Leseprobe könnt Ihr Euch natürlich erstmal davon überzeugen, bevor Ihr zuschlagt. 😉

Kaum Bücher angeguckt und trotzdem Literatur getankt. #fbm16

tagesplaeneDieses Jahr waren mir zwei Tage in Frankfurt vergönnt. Ohne Kind, ganz allein, mit einer Übernachtung zwischendrin. Nach einigem Suchen hatte ich doch Etliches im Veranstaltungskalender gefunden, was mich interessierte und hatte ganz analog meinen papiernen Plan täglich dabei. Nach dem etwas unglücklichen Start im Parkhaus an meinem ersten Tag – vielen Dank noch einmal an die Dame, die mich so nett gerettet hat!!! – konnte der Mittwoch losgehen. Der erste geplante Stopp startete erst zwei Stunden nach meiner Ankunft und so konnte ich gleich zu Beginn ein paar Stände besuchen, die ich mir für „zwischendurch“ notiert hatte. An diesem Tag waren die Mitarbeiter noch recht frisch und guter Dinge, sodass alles in nettem Plaudern endete. Schön!

Im Orbanism Space lauschte, traf und sprach ich immer wieder gern und lernte so manche Menschen (nochmal) persönlich kennen, mit denen ich sonst nur digital kommuniziere. Vielen Dank für alle Begegnungen! Vor allem auch die bei der „Teezeremonie“, bei der das LiteraturCamp vorgestellt wurde. Lautes Hallo und viele tolle Leute – ein Fest! Ich hoffe sehr auf ein Wiedersehen in Heidelberg und plane es fest im Kalender ein. (24. und 25. Juni 2017 – Merken!)

silkescheuermannOft führen spontane Planänderungen zu was Gutem, Weiterlesen

jelimuki goes #Buchmesse

… oder: ich packe meinen Koffer(raum) und nehme mit…

Dieses Jahr plane ich zwei Tage am Stück auf der Buchmesse ein. Das war zwar im letzten Jahr auch schon so, aber da begleitete mich Mr. Son am ersten Tag. Beziehungsweise ich ihn, denn nach meinen Wünschen ging es da am wenigsten. Dieses Jahr also allein und mit einer Übernachtung. Mittwoch und Donnerstag sind die Tage, die für uns passen. Gefühlt sind zwar die meisten richtig coolen Veranstaltungen erst ab Freitag, aber da sind wir anderweitig verplant.

Nun heißt es also, Packliste schreiben. Oder zumindest überlegen, was so mit dabei sein soll.

Auf jeden Fall ein Rucksack! Natürlich wäre eine Tasche schöner, aber für den Rücken leider schlechter. Das zeigten mir die vergangenen Messebesuche und jünger werde auch ich nicht. (Wieso eigentlich???) Weiterlesen

Dankbarkeit am Dienstag (29)

Hallo Ihr Lieben,

momentan ist es ja – schon wieder, ich weiß! – recht ruhig hier im Blog. Das hat – auch schon wieder… – einen Grund, für den ich momentan sehr dankbar bin.

buechertischWie Ihr vielleicht wisst, darf ich dieses Jahr „Zuhause bleiben“. Das hatten wir bei unserem großen Change so beschlossen, damit wir als Familie und vor allem das Kind in der neuen Umgebung gut ankommen.
So kann ich dieses Jahr neben Herausforderungen, wie „immer ein warmes Essen auf den Tisch bringen“ und ähnlichen Haushalts- und Familienthemen, im Prinzip tun und lassen, worauf ich Lust hab. Daher im Juni der Besuch des Literaturcamps, bald der geplante Besuch der Buchmesse und jetzt aktuell… Tadaaaa! Ich bin Praktikantin. Nur vormittags, weil dann das Kind aus der Schule kommt und unter anderem essen möchte. 😉 Aber: In einer Buchhandlung! Juhu! Während der Schulzeit gab es das für mich schon einmal (zwei Wochen Vollzeit, damals waren die Umstände einfach andere) und nun darf ich noch einmal auf diese Weise in die Buchwelt schnuppern. Das Ganze macht mir so viel Spaß, dass ich gern verlängern wollte – und auch durfte. Kleine Freuden sind dann, wenn ich einem Kunden tatsächlich einmal weiterhelfen kann, wenn Bestellungen reibungslos funktionieren oder wenn ein Regal nach dem Verräumen der neuen Ware immer noch gut aussieht. 🙂

Gestern sagte Mr. Son auf dem Rückweg nach Hause – er liebt es, mich im Laden abzuholen – zu mir, ich solle die letzten Wochen noch genießen, bevor ich wieder arbeiten muss. Vielleicht wird er einmal Achtsamkeitsexperte, wer weiß?! Jedenfalls habe ich tatsächlich vor, diese Zeit noch zu genießen. Kluges Kind!

bastelaktionAm Wochenende bat das Kind um eine Bastelaktion, die wir nach einigem Drängen durchführten. Ganz wichtig war natürlich als Erstes das Ausstanzen und dann konnte es weitergehen. Irgendwann war alles zu langweilig und so wurde mit einer leeren Toilettenpapierrolle und Acrylfarbe noch was angefangen. Phantasie en masse! Wie oft wünschen wir uns das als Erwachsene wieder zurück?

So versuchen wir also, die Zeit zu genießen und lassen es uns möglichst gut gehen.

Was sind bei Euch die Tätigkeiten oder Momente, die Euch glücklich machen?

Bei allem, was Ihr tut und lasst – habt eine gute Zeit!

Eure Frauke

 

Mein Lieblingsbuch? Die Bibel.

„Ernsthaft?!“, denkst Du jetzt vielleicht und erinnerst Dich womöglich mit Erschrecken an staubtrockenen Konfi- oder Kommunionsunterricht in der Kindheit.

Aber: Ja. Ernsthaft.

Zwischen all den Büchern, die sich in allerlei Schränken, Regalen und Umzugskartons bei uns tummeln, gibt es dieses eine, zu dem ich immer wieder zurückkehre. Mal erst nach so langer Zeit, dass es schon Staub angesetzt hat, mal täglich. Phasenweise eben.

Im Laufe meiner Lesejahre nahm ich die Bibel – in verschiedensten Übersetzungen – wohl am häufigsten in die Hand. Sei es, um etwas nachzuschlagen (was inzwischen online natürlich hervorragend funktioniert) oder einfach nur so zum Lesen oder in der Hoffnung, Gott irgendwie „reden zu hören“. Und das war immer wieder spannend. Weiterlesen